E-Rechnung kein Ersatz für Papier-Version

25. Oktober 2011, 10:21 Uhr | Archiv

Die elektronisch übermittelte Rechnung ist auf dem Vormarsch, doch in vielen Geschäftsbereichen bevorzugen die Nutzer die gute alte Papierrechnung per Postversand. „Am besten fahren Unternehmen derzeit noch mit Hybridlösungen parallel auf beiden Schienen“, so Hermann Wasserbacher, Geschäftsführer des IFES-Instituts. Am gestrigen Donnerstagabend stellte der Meinungsforscher auf dem Kongress des Dialog Marketing Verband Österreich eine aktuelle, von der Post beauftragte Studie auf Basis von 750 Interviews vor.

Briefe: Papierform hält sich hartnäckig bei Rechnungen (Foto: pixelio.de/Weiss)

Papier behauptet sich beharrlich bei den Kundenwünschen. Drei von vier Befragten bevorzugen allgemein die Rechnung in der Hand, und selbst bei jungen Menschen unter 35 Jahren sowie bei täglichen Internetnutzern ist der Entscheid für Papier mit jeweils zwei Drittel außergewöhnlich hoch. „Und das, obwohl mit 44 Prozent bereits mehr Menschen im Online-Versandhandel kaufen als über Papierkataloge, die bei 43 Prozent liegen“, betont Wasserbacher. Zum Vergleich: Der Handybesitz liegt bei 94 Prozent, jener von Computer und Internet bei 82 Prozent und Online-Banking bei 50 Prozent.

Dabei ist die E-Rechnung längst weit verbreitet: Nur jeder Fünfte bekommt nicht regelmäßig eine. Das eindeutig wichtigste Einsatzgebiet sind Telefonrechnungen, egal ob von Festnetz oder Handy, denn jeweils jeder Zweite bekommt diese Rechnungen bereits über das Internet zugesandt. Jedoch nicht immer aus eigenem Antrieb: Viele Befragten konnten nicht frei wählen, sondern hätten bei der Papierform Nachteile wie etwa durchschnittlich zwei Euro pro Rechnung in Kauf nehmen müssen. „Der Diskurs, ob dieses Vorgehen der Telkos erlaubt bleiben soll, läuft noch“, so der Experte.

Warum sich die Papierform weiterhin hält, begründet Wasserbacher mit deren Zuschreibungen. „Papier gilt sicherer, zuverlässiger und kundenfreundlicher als E-Mails und Onlineportale, gegenüber denen noch immer gewisses Misstrauen herrscht. Das zeigt auch die Tatsache, dass 61 Prozent der Befragten ihre E-Rechnungen daheim ausdrucken.“ Der Ausdruck mache das mit Abstand am häufigsten genannte Argument für die elektronische Form – ihre Umweltfreundlichkeit – teils wieder zunichte, glaubt der Experte.

Elektronische Rechnungen werden jedoch anders gehandhabt als herkömmliche Belege. Statt sie gleich zu öffnen, warten die Empfänger damit drei bis fünf Tage, zudem wird die Onlineform bei bestimmten Geschäftsgebieten bevorzugt: Dem Online-Shopping etwa, der Zusendung von TAN-Codes oder von Newsletter. „Online-affine Inhalte werden sehr wohl eher in der elektronischen Übermittlung gefordert. Zudem sagt immerhin bereits jeder Dritte, auf Papierkataloge verzichten zu können und Online-Kataloge zu bevorzugen.“

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(Johannes Pernsteiner/Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)

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