Druckbranche und der Strukturwandel

7. November 2011, 10:51 Uhr | Archiv

Laut einer neuen Untersuchung von Apenberg + Patner müssen viele Unternehmen der deutschen Druck- und Medienindustrie auch im nächsten Jahr mit schwierigen Verhältnissen rechnen. Das gilt vor allem für die Zeitungsdrucker, die mehrheitlich einen weiteren Preisverfall erwarten. Es gibt aber auch Branchen-Vertreter, die optimistisch sind.

Bildquelle: www.siggset.de

Die traditionelle Herbstprognose des Hamburger Personal und Unternehmensberaters Apenberg+Partner gilt als wichtiger Seismograph der Druck- und Medien-Wirtschaft. Die Umfrage wurde bereits zum neunten Mal durchgeführt. 460 Unternehmen folgten der Bitte der Berater und äußerten sich zu den wirtschaftlichen Erwartungen ihrer Branche. 98 Prozent der Fragebögen wurden von Vorständen und Geschäftsführern beantwortet.

Die wichtigsten Ergebnisse
Die Hälfte der 265 Druckereimanager erwartet auch für das drupa-Jahr 2012 einen weiteren Rückgang bei den Verkaufspreisen, lediglich sieben Prozent der Befragten gehen von einer Steigerung ihrer Abnehmerpreise aus. Dennoch glauben insgesamt 53 Prozent der Befragten an eine positive Marktentwicklung.

Dieser verhaltene Optimismus wird vor allem von den Etiketten- und Verpackungsdruckern getragen, während die Mehrheit der Bogen-Akzidenzdrucker (56 Prozent) eine negative Marktentwicklung in 2012 befürchtet. Die Investitionsbereitschaft der Drucker wird sehr unterschiedlich eingeschätzt. Während 27 Prozent der Befragten ihre Investitionen steigern wollen, wird rund ein Drittel der Drucker weniger investieren als in 2011.

2012 wird nicht das Jahr der Zeitungsdrucker
Die Rationalisierungs-Bemühungen der Verlage entfalten nun ihre volle Wirkung. Knapp 75 Prozent der befragten Zeitungsdruckerei-Manager erwarten einen Preisverfall bei ihren Produkten, etwa die Hälfte der Entscheider rechnet mit einer weiteren Verschlechterung der Marktsituation.

Verlage geben sich optimistisch
Von den 121 befragten Verlagsmanagern erwarten rund 41 Prozent für 2012 eine Verbesserung ihrer Ergebnisentwicklung, nur 20 Prozent befürchten eine Verschlechterung. 41 Prozent wollen ihre Wertschöpfungskette weiter ausbauen und ihren Kampf um “Paid Content” im Internet fortsetzen. Daher ist auch jeder dritte Verlag bereit, seine Investitionen im Jahre 2012 gegenüber dem Vorjahr zu steigern.

Zulieferer wollen Preis-Niveau halten
An der Befragung beteiligten sich auch 74 Unternehmen der grafischen Zulieferindustrie in Deutschland. Die größte Gruppe bildeten die grafischen Fachhändler (20 Prozent) und die Druckmaschinenhersteller (20 Prozent). Jedes zweite Unternehmen der Zulieferindustrie hat sich vorgenommen, die Preise 2012 auf dem Niveau von 2011 zu belassen. “Wir gehen jedoch davon aus, dass sich die Papierpreise weiter nach oben bewegen werden”, sagt Jörn Dreessen, Projektleiter des Print Business Forecast 2012.

Wer die Studie genauer durchgehen möchte, kann sie gegen eine Schutzgebühr von 95,00 Euro zzgl. 19 Prozent Mehrwertsteuer als PDF bei Apenberg+Partner bestellen. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Schürmann | Quelle: currentgame.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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