Apple: Protokoll von Siri geknackt

16. November 2011, 11:37 Uhr | Archiv

Apples Sprachsteuerung Siri ist eigentlich nur iPhone 4S-exklusiv. Umso weniger dürfte Apple die Meldung gefallen, dass das Protokoll des Sprachassistenten geknackt worden ist. Durch von Applidium entwickelte Werkzeuge lässt sich Siri auf beliebigen Geräten nutzen, jedoch nur mit einigen Voraussetzungen.

Sprachsteuerung mit Siri auf dem iPhone 4S - (Quelle: pcmag.com)

Siri läuft zu einem Großteil serverbasiert – die Spracheingaben werden aufgenommen, kodiert und anschließend an einen Server geschickt, wo sie analysiert und in Textform zurückgegeben werden. Das Team von Applidium hat das dabei zum Einsatz kommende Protokoll geknackt und Details dazu veröffentlicht. Durch die ebenfalls veröffentlichten Werkzeuge soll Siri auch auf anderen Geräten einsetzbar sein.

Über HTTPS kommuniziert Siri mit dem Server guzzoni.apple.com, an den ACE-Requests gesendet werden – eine Methode, die in HTTP nicht definiert ist. Notwendig ist jedoch ein gültiger „X-Ace-host“, der bei der Übertragung mitgesendet wird. Der X-Ace-host ist eine eindeutige ID eines iPhone 4S, sodass man ohne diese die Funktionen nicht nutzen kann.

Kodiert werden die Aufnahmen mit dem freien Codec Speex. Will man Siri nun auf anderen Geräten nutzen, so müssten die Aufnahmen zum einen vorher in Speex kodiert werden, zum anderen benötigt man einen gültigen X-Ace-host, der sich aus einem iPhone 4S ohne große Probleme auslesen lässt. Ohne den X-Ace-host lässt sich Siri nicht nutzen, sollte diese ID jedoch in großem Umfang missbraucht werden, kann man davon ausgehen, dass Apple den zugehörigen Account sperren wird.

Neben den Audio-Aufnahmen selbst werden noch weitere Informationen an den Server geliefert, durch die dieser Analysen anstellen kann, deren Ergebnisse mitsamt Wahrscheinlichkeitswerte und Zeitstempeln für die einzelnen Worte an das Smartphone gesendet werden.

Auf Github hat Applidium seine Software veröffentlicht, die zu Teilen in Ruby, aber auch in C und Objective-C geschrieben sind. Durch die Werkzeuge soll die Entwicklung weiterer Siri-basierten Applikationen möglich sein. Die Frage, die sich stellt, ist, wie lange Apple zuschauen wird, bis der iPhone-Hersteller das Protokoll ändert, sodass die Software ohne Anpassungen daran nicht mehr funktionieren wird.

Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Marco Schürmann | Quelle: golem.de)

Über den Autor

Marco Schürmann

0 Kommentare


Was meinen Sie zu diesem Thema?

Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Schreibe einen Kommentar

* Pflichtangaben; Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
 

Copyright

Copyright 2015 Bernd Zipper, zipcon consulting GmbH

Archiv