E-Rechnungen schaden Druckindustrie?

22. November 2011, 9:33 Uhr | Archiv

Die Europäische Kommission hat sich im Rahmen ihrer Digital Agenda zum Ziel gesetzt, die Elektronische Rechnungsstellung bis zum Jahre 2020 als ausschließlichen Standard zu etablieren. Das Europäische Komitee für Normung (CEN) hat sich mit Umsetzungsmöglichkeiten der darin genannten Maßnahmen beschäftigt. Kritik daran kommt aus der Druck- und Medienbranche.

Quelle: Pixelio // Fotograf: Christian Seidel

Der Bundesverband Druck und Medien kritisiert in einem Schreiben an deutsche EU-Abgeordnete die Förderung von E-Invoicing als von der EU-Kommission favorisierten künftigen alleinigen Rechnungsstandard. Dieses Bestreben der EU benachteilige ganze Industriezweige, deren Beschäftigte und weite Teile der Endverbraucher. Der bvdm bittet das EU-Parlament um eine differenzierte und neutrale Betrachtung eines Themas, das Wirtschaftszweige, wie die IT-Industrie, einseitig fördere und Branchen wie die Druck- und Medienindustrie ausgrenze und massiv schädige.

Der Bundesverband Druck und Medien stellt sich damit hinter die von Intergraf, der europäischen Dachvereinigung der Druck- und Medienverbände, sowie den europäischen Partnerverbänden aus Papier-, Medien-, Werbe- sowie Versandindustrie vorgestellte Kritik an der bisherigen Argumentation der EU-Kommission.

Die Argumentation der EU-Kommission zur angeblich umweltfreundlicheren und kostengünstigeren Online-Rechnung im Gegensatz zur papiergebundenen Rechnung greife zu kurz. Neben den direkten Produktions- und Energiekosten müssten die indirekten Aufwendungen für den Betrieb der digitalen Netze und das Vorhalten der digitalen Rechnung mit in Betracht gezogen werden. In der Praxis werde das Gros der elektronischen Rechnungen bei Unternehmen und Endverbrauchern nach wie vor ausgedruckt. Der beschworene Umweltschutzaspekt komme also nicht zum Tragen. Die Kosten würden lediglich auf den Verbraucher bzw. die Kunden abgewälzt.

Die Frage, in welcher Form Unternehmen Rechnungen verschicken, sei eine originär unternehmerische Entscheidung. Der bvdm sieht keinen Handlungsbedarf der EU, in diese unternehmerische Freiheit einzugreifen und Markt verzerrende Vorgaben zu machen. Stattdessen dürfen die Interessen der Beschäftigten der Druck- und Medienbranche, der Werbeindustrie und der Logistikkette, sowie die Nutzungsgewohnheiten der Endverbraucher bei den Maßnahmen der EU nicht vernachlässigt werden, fordert der bvdm.

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(Daniel Schürmann | Quelle: bvdm-online.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    Peter

    22. November 2011

    Naja, wie sollte es auch anders sein. Die EU-Beschlüsse sind doch zum größten Teil nie wirklich mit der Praxis zu vergleichen und vor allem in den meisten Fällen nur umgelegte Probleme. FAZIT: Bisher wurde nie etwas sinnvolles beschlossen.


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