Vergangenheit wird wieder interessant

23. November 2011, 12:08 Uhr | Archiv

Mit der Einführung von Open Graph will Facebook das Nutzerverhalten erfassen und konsumierte Inhalte automatisch an Freunde weiterleiten. Erste britische und US-amerikanische Zeitungen haben das System für Freiwillige bereits in ihre Internetauftritte integriert. Die Konsequenzen sind unerwartet.

Quelle: Pixelio // Fotograf: Oleg Rosental

Die Financial Times berichtet berichtet: Auf der Internetseite des Independent stehlen Artikel aus den 90ern den aktuellen Nachrichten die Show. Die Artikel, die letzte Woche auf independen.co.uk am häufigsten mit Freunden geteilt und damit auch am meisten gesehen wurden, stammen allesamt aus den späten 90er-Jahren. Geschichten über die Vaterschaft eines Zwölfährigen und die Ehrung von Schottlands hässlichster Frau erfreuten sich trotz ihres Alters hoher Beliebtheit. Auch andere Zeitungsseiten verzeichnen ähnliche Trends. Mögliche Gründe für die wiederauferstandenen Nachrichten sind das Fehlen von Zeitstempeln, die auffälligen Schlagzeilen und der Umstand, dass das Internet nicht vergisst.

Das Geschäftsmodell der Medien ist darauf ausgelegt, dass aktuelle Nachrichten das größte Interesse generieren. Facebook hat das Potenzial, diese Rechnung zu durchkreuzen. Allerdings kann der Erfolg von alten Geschichten auch positive Auswirkungen haben. Die Zahl der mindestens ein Mal monatlich aktiven User, die ihre Facebook-Accounts mit dem Independent verknüpft haben, ist in einer Woche von 350.000 auf 810.000 gestiegen. Die neue Funktionalität macht Facebook als Zulieferer für die Medien noch interessanter. Allerdings wird auch das Abhängigkeitsverhältnis intensiviert.

Momentan ist Open Graph noch nicht flächendeckend eingeführt. Der Start wurde schon mehrfach verschoben. Aus den USA sind schon kritische Stimmen zu hören, die vor einer nicht beherrschbaren Flut aus automatisch generierten Inhalten warnen.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    Arno Nym

    24. November 2011

    Ich habe allmählich den Eindruck, dass die Leute darauf stehen, Ihre persönlichsten intimitäten, Ihr Medien-nutzerverhalten und auch Nichtigkeiten - und seien Sie noch so banal - via "Social-Media" für jedermann/Frau sichtbar ins Netz zu stellen. Dank offener API's hat jede App-Klitsche die Möglichkeit diverse Daten via Facebook abzugreifen und für welche Zwecke auch immer zu nutzen und ggf auch "zweckzuemtfremden"...

    Am besten noch den aktuellen Aufenthaltsort und Tätigkeit ins Netz ergießen. Dann haben es Einbrecher zuhause bei der passenden Terminoptimierung erheblich leichter. Das geht dann perfekt anonym vom heimischen Sessel aus - inklusive Vorab-Erkundung des sozialen und ökonomischen Umfeldes.

    FKK war gestern - Social Media geht weiter - bis auf die Knochen!!!!!!!!!!!! Und sei' es noch so peinlich - Bobbele machts wie viele andere vor...

    Nichtversteh!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


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