Das Thema Werbung im Mittelstand

25. November 2011, 10:13 Uhr | Archiv

Das Thema Werbung ist für den Großteil der mittelständischen Betriebe in Deutschland ein Buch mit sieben Siegeln. Dass es notwendig ist, vor allem in der näheren Umgebung auf sich aufmerksam zu machen, ist vielen bewusst. Beinahe drei Viertel (72 Prozent) der mittelständischen Handwerks- und Dienstleistungsfirmen in Deutschland schalten zumindest gelegentlich Werbung in Anzeigenblättern, Tageszeitungen oder Branchenbüchern. Doch ob das Schalten von Anzeigen letztendlich auch Kunden ins Geschäft lockt und den Umsatz erhöht, ist für die Mehrheit der Geschäftsleute (62 Prozent) oft nicht messbar.

Werbeblätter: Printanzeigen reichen nicht mehr aus (Foto: pixelo.de/W. Wulff)

Diese Diskrepanz zwischen Werbeausgaben und Erfolg zeigt der aktuelle „Werbereport Dienstleistungsgewerbe 2011/12“, der die lokalen Marketingaktivitäten von lokalen Dienstleistern wie Handwerkern, Finanzberatern und auch Ärzten in Deutschland untersucht. Die gemeinsame Studie des Instituts für Marketing und Kommunikation (imk) und der auf Mittelstandsmarketing spezialisierten Internetfirma WinLocal basiert auf der bundesweiten Befragung von 1.600 Betrieben sowie 1.000 Verbrauchern.

Den klassischen Printanzeigen steht Online-Werbung gegenüber, die laut dem Report von knapp der Hälfte (43 Prozent) der lokalen Dienstleister in Deutschland genutzt wird. 29 Prozent geben an, den Erfolg ihrer Online-Werbemaßnahmen in der einen oder anderen Weise zu kontrollieren. Aber lediglich drei Prozent lassen sich von dem von ihnen beauftragten Online-Vermarkter einen Report geben, der den Erfolg oder Misserfolg messbar nachweist. Über ein Viertel (27 Prozent) weiß eigenen Angaben zufolge gar nicht, dass die Messbarkeit bei Online-Werbung möglich ist. 71 Prozent führen gar keine Erfolgskontrolle durch.

„Einer der entscheidenden Unterschiede zwischen Offline- und Online-Werbung, die viel leichtere Erfolgskontrolle, wird von beinahe drei Viertel der handwerklichen und dienstleistenden Mittelständler in Deutschland vollkommen ignoriert“, stellt imk-Akademieleiter Thomas Kunke fest. Der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) Mario Ohoven sieht die Zukunft der Werbeaktivitäten ebenfalls im Onlinebereich und rät dem Mittelstand dazu, nicht in der Offline-Welt zur verharren.

„Es gibt in Deutschland roundabout 52 Mio. Internet-User, davon sind 86 Prozent auch Online-Käufer, aber nur 58 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe verfügen über eine eigene Homepage. Die gesamte Kundenorientierung muss internetfähig werden. Da hat der Mittelstand noch erheblichen Nachholbedarf“, so Ohoven. Laut BVMW geben Mittelständler pro Jahr zwischen 1.000 und 5.000 Euro für Werbung und Marketing im weitesten Sinne aus.

„Oft wird aber dummerweise aufs falsche Pferd gesetzt. Noch immer inserieren 75 Prozent der mittelständischen Unternehmer vorzugsweise in Print-Medien, wie Regionalzeitungen oder Branchenbücher“, kritisiert Ohoven. Den Betrieben und Dienstleistern empfiehlt er, dem veränderten Konsumentenverhalten Rechnung zu tragen. „Nur wer sich als Unternehmer optimal, und vor allem rechtzeitig auf die neuen Herausforderungen einstellt, kann auf Dauer am Markt bestehen.“

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(Caroline Bartz/Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)

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