manroland stellt Insolvenzantrag

25. November 2011, 12:34 Uhr | Archiv

Dass die Druckbranche seit Jahren in der Krise steckt, ist kein Geheimnis mehr. Soeben hat der bekannte Druckmaschinenbauer manroland den Insolvenzantrag gestellt. Ein möglicher Investor (wir berichteten) ist am Montag kurzfristig abgesprungen. Verbindlichkeiten und Kredite drücken auf das Unternehmen.

(Quelle: www.ci-portal.de)

Gestern Abend tagte der Aufsichtsrat bei manroland. Dabei ging es um die Zukunft des weltweit drittgrößten Druckmaschinenbauers. Noch vor einigen Tagen hieß es, Gespräche mit einem großen mitteleuropäischen Investor seien weit fortgeschritten. Das Blatt hat sich nun gewendet: Bereits gestern hieß es, vermutlich würde am heutigen Tag ein Insolvenzantrag gestellt werden – nun ist es soweit. Die Belegschaft von manroland wurde heute im Rahmen von Betriebsversammlungen bereits darüber informiert.

Weder MAN noch ACP (Allianz Capital Partners) wollten offiziell etwas zum Thema sagen. Allerdings hieß es aus informierter Quelle: „Es sieht nicht gut aus.“ Denn die schlechte Lage wird seit Wochen nicht besser: Seit vergangenem Monat sollen rund 1800 Mitarbeiter in den Werken in Augsburg, Offenbach und Plauen wieder zu Kurzarbeit übergegangen sein. Zudem begannen ACP und MAN die Übernahmegespräche mit Investoren. Am Montag zog der letzte im Rennen gebliebene Kandidat sein Angebot zurück. Grund, so hieß es aus dem Aufsichtsrat: MAN und ACP seien nicht bereit, weiteres Geld nachzuschießen. Das aber habe ein Investor zur Voraussetzung für ein Engagement gemacht.

Erschwerend kommt die Last eines Kredits über 150 Millionen Euro hinzu. Die Verlängerung dieses Kredits zieht sich seit Monaten, so die Financial Times. Grund: die Kreditgeber vermissen ein Bekenntnis von MAN und ACP zu manroland. Vergangene Woche klang das aber noch anders, als ein Sprecher erklärte, MAN wolle sich nicht aus der Verantwortung stehlen.

Doch mit der Insolvenz ist klar: manroland steht am Abgrund. Die Insolvenz hat bereits die Börse erreicht. Würde manroland Pleite gehen, dürfte sich der Preisdruck innerhalb der Druckbranche etwas abschwächen, was wiederrum für den größten Konkurrenten Heidelberger Druckmaschinen AG von Vorteil wäre. Die Aktie gewann gestern sieben Prozent und steht heute mit acht Prozent erneut im Plus.

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(Daniel Schürmann | Quelle: ftd.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    Bernd

    25. November 2011

    Traurig, traurig - gab es da nicht vor einem Jahr Gerüchte bzgl. einer möglichen Fusion von MAN und Heidelberger Druckmaschinen? Offiziell haben da natürlich nie Gespräche stattgefunden - inoffiziell gab es aber wohl gegenseitige "Besuche". Wahrscheinlich nur zum Kaffee ;-)
    Vielleicht wäre das doch eine gute Idee gewesen, die beiden Unternehmen zu verschmelzen - also rein hypothetisch. Dann würde jetzt nicht über 6.600 Mitarbeitern und einigen Zulieferunternehmen das Damoklesschwert der Arbeitslosigkeit schweben. Ob die Insolvenz von MAN dem Wettbewerber Heidelberger Druckmaschinen wirklich hilft, dass steht noch in den Sternen...
    bz


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