Kostenlose Dienste kosten Miliarden

28. November 2011, 9:40 Uhr | Archiv

Die Nutzer von Diensten wie Suchmaschinen, sozialen Netzwerken, Filesharing-Plattformen und anderen Diensten im Internet haben sich daran gewöhnt, dass sie für diese Services nichts zu bezahlen brauchen. Die Anbieter der Dienstleistungen müssen trotzdem jeden Monat Rechnungen über viele Millionen Dollar begleichen. Wie sie das finanzieren…

(Quelle: wdr.de)

Finanzieren müssen das die Nutzer, auch wenn sie nicht direkt bezahlen, denn Umsonst ist nichts. Bezahlt wird im Internet häufig mit den eigenen, meist privaten Daten. Die beiden größten Anbieter von Gratis-Services, Google und Facebook, bezahlen alleine für Strom jeden Monat enorme Summen. Google verbrauchte 2010 eigenen Angaben zufolge 2,26 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Verbrauch einer Stadt mit 200.000 Einwohnern. Rivale Facebook zahlte schon im Jahr 2008 jeden Monat mehr als eine Millionen Dollar an Stromkosten. Zusammen mit Miete, Bandbreite, Kosten für neue Server und Personal beliefen sich die monatlichen Fixkosten für das soziale Netzwerk schon damals auf über 20 Millionen Dollar. Dieser Betrag wächst aufgrund international wachsender Nutzerzahlen noch weiter an.

Gründe für die Kostenlos-Strategie
Zu Beginn verfolgen viele Unternehmen die Strategie, möglichst schnell zu, erklärt Quintessenz-Obmann Georg Markus Kainz gegenüber den österreichischen Kollegen des Dienstes Pressetext. Investoren unterstützen diese Szrategie, da man mit Gratis-Angeboten möglichst schnell wachsen kann. In Erwartung zukünftiger Gewinne helfen Investoren mit Millionenbeträgen bei der Vorfinanzierung. Heute verdient Facebook nach Schätzungen (im Jahr 2010) etwa zwei Milliarden Dollar mit Werbung, die es aufgrund seiner Kundendaten verkaufen konnte.

Benutzer sind Ware, kein Kunde
Für Unternehmen, die Gratis-Anwendungen anbieten, sind die User nicht mehr länger Kunden, sondern Ware. Ob sich dieses Geschäftsmodell langfristig etablieren kann, ist noch offen. Wie das Wall Street Journal berichtet, sind die Aktienkurse der meisten Unternehmen, die auf Gratis-Services setzen, nach dem Börsengang stark gesunken. Ein großer Test für das System wird der Börsengang von Facebook werden. Der geschätzte Marktwert von 50 Milliarden Dollar ist im Vergleich zu den Umsätzen nämlich sehr hoch.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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