Wirtschaft vom Internet abhängig

2. Dezember 2011, 10:47 Uhr | Archiv

Die Geschäfte der Hälfte aller Unternehmen in Deutschland sind inzwischen stark vom Internet abhängig. Demgegenüber sind 18 Prozent noch komplett offline, für ein knappes Drittel (32 Prozent) spielt das Internet eine geringere Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und des Hightech-Verbands Bitkom, die heute in Berlin vorgestellt wurde.

(Quelle: helukabel.de)

Grundlage ist eine repräsentative Umfrage, bei der die Geschäftsmodelle von rund 2.500 Firmen untersucht wurden. Danach investieren internetabhängige Unternehmen überdurchschnittlich viel in Forschung und Entwicklung, machen einen größeren Umsatzanteil mit Marktneuheiten und beschäftigen mehr Akademiker als andere Firmen. „Für die deutsche Wirtschaft ist das Web die Dampfmaschine des 21. Jahrhunderts: Es treibt die Konjunktur an und öffnet die Tür zu völlig neuen Geschäftsfeldern“, sagte Prof. Michael Hüther, Direktor des IW Köln.

„Die Untersuchung zeigt, wie stark das Internet inzwischen fast alle Wirtschaftsbereiche bestimmt“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Damit das Web seine Potenziale für Wachstum und Beschäftigung voll entfalten könne, brauche es geeignete Rahmenbedingungen. Neben dem weiteren Breitbandausbau oder der Linderung des Fachkräftemangels zählen dazu rechtliche Voraussetzungen, z.B. beim Datenschutz oder im Urheberrecht. Aus Sicht des Bitkom sollten weitere Schritte unternommen werden. „Neben der Digitalisierung der Wirtschaft muss jetzt der Fokus auf die Modernisierung der Infrastruktur gelegt werden“, sagte Kempf im Vorfeld des Nationalen IT-Gipfels. Für den Aufbau Intelligenter Netze in den Bereichen Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Behörden müssten laut Bitkom in den kommenden Jahren Investitionen von mehr als 130 Milliarden Euro aktiviert werden.

Bei ihrer Untersuchung haben die IW-Forscher die Internetabhängigkeit der Geschäftsmodelle von Unternehmen anhand von neun Kriterien untersucht. Die Firmen haben dabei angegeben, wie stark das Internet u.a. die Beschaffung, ihre Einnahmen oder die Kundenansprache beeinflusst und wie stark das eigentliche Hauptprodukt davon abhängt. Mit diesem Ansatz kann erstmals die Bedeutung des Internets als Querschnittstechnologie über alle Branchen und Anwendungen hinweg erfasst werden. Danach sind die Geschäftsmodelle von 18 Prozent der deutschen Unternehmen stark oder sogar vollständig vom Internet abhängig („Digitale Vorreiter“). Für weitere 32 Prozent wird eine mittlere Abhängigkeit („Digitale Mitte“) festgestellt. Die andere Hälfte teilt sich auf in 32 Prozent („Digitale Nachzügler“), die schwach oder sehr schwach vom Internet abhängig sind und 18 Prozent, die das Internet gar nicht nutzen („Offliner“).

Mehr dazu lesen Sie in der aktuellen Studie der Bitkom. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Marco Schürmann | Quelle: Bitkom.org)

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