Multifunktionale gedruckte Elektronik

5. Dezember 2011, 11:47 Uhr | Archiv

Wenn bei der Ware im Gefrierschrank eines Supermarktes die Kühlkette nicht ordnungsgemäß eingehalten wurde, sieht der Verbraucher dies auf einem Etikett, das auf Temperaturveränderungen reagiert – Beispiele wie dieses sind heute noch Zukunftsmusik. Realität werden könnten sie durch die Anwendung von gedruckter Elektronik. Demonstratoren dafür entwickeln die Wissenschaftler des Projektes FLEXIBILITY.

Maxi Bellmann und Dr. Georg Schmidt vom Institut für Print- und Medientechnik - (Quelle: tu-chemnitz.de)

Unter dem Titel „Flexible Multifunctional Bendable Integrated Light-Weight Ultra-Thin Systems“ arbeiten Forscher des Instituts für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz unter Leitung von Prof. Dr. Arved Hübler gemeinsam mit Partnern wie der ETH Zürich, der Siemens AG und der TU Dresden. Das Gesamtvolumen des Projektes beträgt 6,9 Millionen Euro für eine Laufzeit von vier Jahren, wovon knapp fünf Millionen Euro durch die Europäische Union gefördert werden. Insgesamt vereint FLEXIBILITY die Expertise von sieben Unternehmen und vier Forschungseinrichtungen aus sechs Ländern.

Hauptziel ist die Produktion flexibler multifunktioneller elektronischer Systeme unter Nutzung von Rollendruckverfahren auf Papier oder Folie. Eine zentrale Komponente ist dabei die von den Chemnitzer Forschern entwickelte Mehrlagentechnologie, die es ermöglicht, gedruckte elektronische Schaltungen über mehrere Ebenen zu verbinden. „Die quasi dreidimensionalen Transistorschaltungen eröffnen völlig neue Möglichkeiten, komplexe Systeme zu realisieren“, erklärt Hübler.

Bei FLEXIBILITY spielt die Weiterentwicklung dieser gedruckten Schaltungen eine wesentliche Rolle für die geplanten Demonstratoren. Die neuartigen Etiketten sollen nicht nur auf Temperatur reagieren – wie bei der Überwachung der Kühlkette – sondern auch auf Bewegung. Wenn ein Kunde im Supermarkt ein Produkt in die Hand nimmt, gibt dieses ihm dann eigenständig akustisch oder optisch weitere Informationen, vom Preisnachlass bis zum Alleinstellungsmerkmal gegenüber Konkurrenzprodukten. Auch zum Diebstahlschutz könnten die Etiketten eingesetzt werden, nicht nur in Geschäften, sondern beispielsweise auch in Museen.

Um diese Demonstratoren zu realisieren, steht zunächst die Entwicklung der dafür notwendigen Einzelkomponenten im Fokus des Projektes: flexible Batterien, Solarzellen, gedruckte Schaltungen, Lautsprecher und Touch Screens sowie Bewegungs- und Temperatursensoren. „Die Komplexität dieses Projektes stellt eine große Herausforderung dar“, resümiert Dr. Georg Schmidt, Projektleiter an der TU Chemnitz, „doch die Kombination dieser innovativen Technologien verspricht einen Wettbewerbsvorteil für den europäischen Markt.“

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(Marco Schürmann | Quelle: Technische Universität Chemnitz)

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