Britische Kinder sollen lesefaul sein

8. Dezember 2011, 10:13 Uhr | Archiv

Fast vier Mio. Kinder in Großbritannien besitzen kein Buch und lesen somit nicht. Das besagt eine Studie des „National Literacy Trust“. 2005 war es nur eines von zehn Kindern, das kein Buch in die Hand genommen hat. Es wurden 18.000 Kinder in der Altersgruppe zwischen acht und 16 Jahren befragt.

(Foto: pixelio.de/Harry Hautumm)

Die durchgeführte Studie der National Literacy Trust hat ergeben, dass Kinder mit eigenen Büchern besser in der Schule und auch wesentlich bessere Leser sind. Die Befragung fand in 111 britischen Schulen statt. Dabei stellte sich heraus, dass 33,2 Prozent der Kinder kein eigenes Buch besitzen. Das sind 3,8 Mio. Kinder im gesamten Vereinigten Königreich.

„Die Häufigkeit des Lesens bei den deutschen Kindern ist in den letzten Jahren stabil geblieben. Ungefähr die Hälfte der Kinder lesen mindestens einmal in der Woche. Das ist ein gutes Zeichen, wenn man Bücher der Konkurrenz wie Fernsehen und Computer gegenüberstellt“, sagt Simone Ehmig, Leiterin der Stiftung Lesen. Der Expertin nach dürfen die Problemgruppen allerdings nicht außer Acht gelassen werden. Sie spricht vor allem von der Stellung des Lesens in der Familie: „Bildungsferne Familien legen weniger Wert auf das Vorlesen.“

Trust-Direktor Jonathan Douglas dagegen ist über die Situation in Großbritannien und Nordirland besorgt. „Wir wissen, dass es eine direkte Verbindung gibt zwischen Buchbesitz und Lesefähigkeit“, so Douglas. Die Hälfte der Kinder, die ein Buch besitzen, hat ein höheres Lese-Niveau als für ihre Altersgruppe üblich. Eines von zehn Kindern ist unter dem altersspezifischen Lese-Niveau.

Bei Kindern ohne Bücher erreicht fast ein Fünftel nicht die entsprechenden Anforderungen ihres Alters. Zudem gab ein Fünftel der Kinder an, dass sie noch nie in einem Buchgeschäft oder einer Bibliothek waren. Trust stellt außerdem fest, dass Jungs lesefauler sind als Mädchen. Auch Ehmig gibt an, dass die deutschen Jungs schwerer zum Lesen zu bringen sind als die Mädchen.

Armut spielt auch einen großen Faktor, wenn es um den Kauf von Büchern geht. Laut Trust stellt die Studie unter anderen einen Appell an die Öffentlichkeit dar. Diese soll Spenden für Bücher tätigen, um das Lesen benachteiligter Kinder zu fördern. Eine große Anzahl an Kinderbuch-Illustratoren haben Karten entwickelt, um die „Christmas Gift of Reading“- Kampagne der Trust zu unterstützen.

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(Quelle: pressetext.com)

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Marco Schürmann

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