Papier als Batteriestoff und Display

19. Dezember 2011, 11:44 Uhr | Archiv

In den letzten Tagen sind zwei neue Anwendungsfälle für herkömmliches Papier auf dem Radar aufgetaucht. Zum einen soll Papier als Energielieferant für eine neuartige Batterie dienen und als Abfallprodukt Wasser entstehen. Auf der anderen Seite gibt es ein berührungsempfindliches Papier mit hitzeempfindlicher Farbe.

Papierbatterie von Sony (Quelle: news.discovery.com)

Die Sony Unternehmensgruppe hat vor einigen Tagen auf der „Eco Products“ Konferenz in Tokyo (Japan) eine Batterie vorgestellt, die als Energielieferant zerkleinertes Papier nutzt und als Abfallprodukt Wasser hinterlässt. Im Rahmen der Konferenz durften Kinder Papier in eine Lösung aus Wasser und zugesetzten Enzymen werfen. Die Enzyme lösen die Zellulose und erzeugen Strom. In dem konkreten Beispiel reichte der Strom zum Betrieb eines kleinen Ventilators.

Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte, dass man den Mechanismus bei Termiten abgeschaut hat, die auf ähnliche Weise Holz verdauen. Im Falle der vorgestellten Lösung wandeln die Enzyme Papier in Elektronen und Wasserstoff-Ionen um. Diese verbinden sich mit dem Luft-Sauerstoff und bilden Wasser-Atome. Die freigesetzten Elektronen liefern die nötige Energie.

Die Technologie soll mittlerweile sogar so klein sein, dass sie in einen MP3-Player passt und diesen auch auf lange Zeit mit Energie versorgen kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass es sich um eine nicht-giftige-Lösung handelt, die Bio-Abfallstoffe erzeugt.

Quelle: news.discovery.com

Ebenfalls mit Papier hat eine weitere klevere Erfindung zu tun: ein Touchscreen aus Papier. Dabei handelt es sich nicht um ein E-Paper-Display mit Touchfolie, sondern um echtes Papier (welches mit Elektronik erweitert wird). Die Technologie nennt sich „Polychrome Paper Computing“ und wurde von Kohei Tsuji und Akira Wakita an der japansichen Keio Universität entwickelt. Ein hinter dem Papier angebrachter Kupfer-Detektor erkennt die Berührung durch Änderung der Leitfähigkeit (ähnlich einem kapazitiven Display). Eine aufgebrachte Silberpaste agiert als Elektrode und eine Kohlenstoffpaste als Heizelement.

Berührt jemand das Papier erkennt die Kupferfolie dies, sendet ein Signal über die Silberpasten-Elektrode und die Kohlenstoffplatte heizt sich auf. Über der Kohlenstoffpaste befindet sich temperaturempfindliche Farbe, die durch die Erhitzung ihre reflektiven Eigenschaften ändert.

Die Idee hinter der Erfindung: Berührung und Interaktivität mit klassischem Papier zu verbinden. Auf der SIGGRAPH in Hong Kong zeigten die beiden Erfinder eine Sternenkarte die auf Berührung die Sterne anzeigt sowie ein Ausstellungsstück namens „Anabiosis“ welches Schmetterlinge und deren Flügelfarben darzustellen versucht.

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(Daniel Schürmann | Quelle: news.discovery.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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