Verkauf von Manroland steht kurz bevor

9. Januar 2012, 10:23 Uhr | Archiv

Nach Insolvenzverwalter Werner Schneider ist eine Rettung des Druckmaschinenbauers Manroland in greifbare Nähe gerückt, nachdem man im November Insolvenz anmelden musste (wir berichteten). Unterschrieben sei bislang noch nichts, doch sind weitere Interessenten hinzugekommen. Allerdings drängt die Zeit: Am 1. Februar beginnt das Insolvenzverfahren.

(Quelle: www.ci-portal.de)

Derzeit gibt es für alle drei Standorte von Manroland (Augsburg, Offenbach und Plauen) „ernsthafte Interessenbekundungen vor“, so Werner Schneider, der Manroland sanieren soll. Bis Ende Januar will Schneider Manroland verkauft haben, denn am 1. Februar beginnt das eigentliche Insolvenzverfahren. Bis dahin zahlt die Löhne der 6500 Mitarbeiter die Agentur für Arbeit, mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens müsste der Verwalter dafür aufkommen.

Zerschlagung des Unternehmens droht
Plauen in Sachsen, bisher Zentraler Standort für das Dienstleistungs-Geschäft soll mit einem anderen Werk gebündelt werden. Größte Fortschritte macht demnach das Augsburger Zeitungsdruckmaschinen-Werk. Einem aktuellen Bericht nach zu folge soll ein „angesehener industrieller Investor“ aus Deutschland aber auch die chinesische Shanghai Electric in ernsten Gesprächen stecken.

Stellenstreichungen unvermeidbar
Kurz nach Weihnachten und dem neuen Jahr werden allerdings für rund ein Drittel der Mitarbeiter keine positiven Nachrichten kommen. So hat die Nachrichtenagentur Reuters erfahren, dass in Augsburg vermutlich die Verwaltung größtenteils von Stellenstreichungen betroffen sein wird. Bei einer Zerschlagung wird diese nicht mehr benötigt. In Augsburg arbeiten rund 2400 Menschen bei Manroland, die meisten davon in der Verwaltung.

Die nahe Zukunft
Für die aktuelle Woche wird mit einer Mitteilung von Manroland gerechnet, wie es mit dem Unternehmen in den kommenden Wochen weitergehen soll. Betriebsratsvorsitzende Jürgen Bänsch weiß, dass es einen scheinbar einen Investor gibt, aber Manroland „als Ganzes wie bisher […] nicht weiterbestehen“ werde. Aktuell gibt es neben den beiden oben genannten möglichen Käufern mit Wifag und Océ noch zwei weitere bekannte Unternehmen, die an Teile von Manroland interessiert sind.

Kundgebung der Mitarbeiter
Am Freitag den 13. planen die Mitarbeiter des Plauener Manroland-Werks eine neue Kundgebung in der Innenstadt. Die Kundgebung wird unter dem Motto „Plattmachen geht nicht“ stehen, wurden die Mitarbeiter heute früh informiert.

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(Daniel Schürmann | Quelle:
freiepresse.de, sueddeutsche.de, reuters.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    Klaus Michael

    9. Januar 2012

    Das Management hat in der Vergangenheit gravierende Fehler begangen. So wurden unter anderem Ersatzteile geliefert, ohne diese aus "Kundenzufriedenheitsgünden" in Rechnung zu stellen.

    Wenn eine Firma pofitabel sein will, dann geht das nicht !
    Das Ersatzteilgeschäft ist wird in Zukunft die Haupteinnahmequelle des verbleibenden Unternehmes sein.

    Die zahllosen Anlagen, die derzeit in Betrieb sind werden noch viele Jahre laufen.

    Wenn das bisherige Management zu dumm war, damit einen ordendlichen Profit zu generieren, dann tut es mir nicht leid, wenn diese Versager den Hut nehmen müssen.

    Die fleißigen Mitarbeiter der Produktion / Service und die Auftragsabwicklung nebst Logistik, Einkauf, QS müssen nun die Fehler des Managements ausbaden.

    Das ist äußerst bedauerlich.
    Ich wünsche den dafür Verantwortlichen schlaflose Nächte.


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