Manroland: Entscheidung über Verkauf

16. Januar 2012, 9:29 Uhr | Archiv

Die 6500 Mitarbeiter des insolventen Druckmaschinenbauers Manroland müssen weiter auf die Meldung warten, wie es mit ihrem Arbeitgebers weitergeht. Dem Insolvenzverwalter liegen mehrere konkrete Angebote vor; eine Entscheidung soll es bis zum Ende dieser Woche geben.

(Quelle: www.ci-portal.de)

Drei Angebote liegen vor
Aus Verhandlungskreisen ließen zwei mit der Sache vertraute Personen vermelden, es gebe mehrere konkrete Angebote für Manroland. Seit Tagen wird bereits kräftig verhandelt, allerdings wurde die Gespräche vorerst vertagt. Aktuell gebe es ein Angebot eines Finanzinvestors, der alle Werke in Augsburg, Offenbach und Plauen übernehmen will und zwei weitere Angebote für unterschiedliche Manroland-Unternehmensanteile, wobei diese Lösung auf eine Zerschlagung des Druckmaschinenbauers hinauslaufe.

Solange sich der Insolvenzverwalter Werner Schneider für kein Angebot entschieden hat, ist auch nicht klar, wieviele Mitarbeiter ihre Jobs verlieren und an welchen der drei Standorten weiter gearbeitet und produziert wird.

Konkret gibt es ein Angebot aus den USA. Nun geht die Angst um, dass die Gläubiger von Manroland eben dieses Angebot der „US-Heuschrecke“ wie es ein Insider bezeichnete, bevorzugen könnten. Allerdings droht dann anschließend die Zerschlagung, eventuell ein Aussieben der Patente und ein großer Stellenabbau. Das Know-How von Manroland wäre anschließend im „Besitz“ des US-Investors. Neben diesem Angebot spielt auch ein mittelständischer Investor aus Deutschland eine entscheidende Rolle. Allerdings will dieser nur das Werk in Augsburg kaufen – 2400 Mitarbeiter arbeiten dort. Mit dem Investor sei allerdings, so informierte Quellen, eine langfristige und damit bessere Lösung gegeben

ROLAND 700 HiPrint (Quelle: manroland.com)

Betriebsversammlung am Dienstag
Am morgigen Dienstag sollte es, so hieß es letzte Woche, eine Betriebsversammlung geben, da mit einer Entscheidung über die Zukunft des insolventen Unternehmens bis heute gerechnet wurde. Da dies nun nicht eingetreten ist, ist auch unklar, ob die Betriebsversammlung wie angekündigt stattfinden wird.

Entscheidung bis Ende der Woche
Ein Informant erklärte gegenüber der Frankfurter Rundschau, dass eine Einigung mit einem möglichen Käufer Ende der Woche erfolgen könnte. Auch der Insolvenzverwalter Werner Schneider sagte: „Wir gehen davon aus, dass wir einen Verkauf vor Beginn des regulären Insolvenzverfahrens hinbekommen“. Dieses wird am 1. Februar eröffnet – zwei Wochen hat Werner Schneider also noch. Anschließend übernimmt nicht mehr die Agentur für Arbeit die Zahlung der Löhne, sondern Werner Schneider müsste dies tun.

Am heutigen Montag wird laut Informationen der Augsburger Allgemeinen Zeitung Werner Schneider den Manroland-Wirtschaftsausschuss über den Stand der Verhandlungen informieren. Für Dienstag sind wie erwähnt Betriebsversammlungen geplant. Einen Tag später zur Wochenmitte sollen anschließend Gespräche mit den Gläubigern von Manroland beginnen.

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(Daniel Schürmann | Quelle: handelsblatt.com, augsburger-allgemeine.de, fr-online.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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