Verkauf von Manroland vor Abschluss

17. Januar 2012, 9:36 Uhr | Archiv

Im November erklärte Manroland seine Zahlungsunfähigkeit. Jetzt scheint der Verkauf des Druckmaschinenherstellers kurz bevor zu stehen. Ein unbekannter deutscher Finanzinvestor will das Augsburger Werk übernehmen, das US-Investmentunternehmen Platinum Equity (die 2011 Quark übernommen haben) will für 100 Millionen Euro alle Werke kaufen, aber viele Stellen streichen.

Abbildung: manroland AG

Alle drei Werke gerettet?
Der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider erklärte, dass mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alle drei Manroland Standorte in Deutschland (Offenbach, Plauen, Augsburg) gerettet werden können. „Wir haben inzwischen zwei Bieterkonzepte auf dem Tisch, die am kommenden Mittwoch dem Gläubigerbeirat zur Entscheidung vorgelegt werden“, sagte Schneider laut der Süddeutschen Zeitung.

US-Investor bietet 100 Millionen Euro
Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, soll der US-Bieter der alle drei Werke übernehmen will, 100 Millionen Euro geboten haben. Allerdings steht laut IG Metall zwar das dreistelligen Millionenangebot im Raum, es gebe aber keine konkreten Aussagen zur Fortführung der Werke und zu den Personalzahlen. Möglich ist also, dass letztlich nur ein Werk erhalten bleibt und tausende Mitarbeiter ihre Jobs verlieren. Aus Mitarbeiterkreisen hieß es, nach der Übernahme sollen nur rund 1700 Jobs erhalten bleiben, so die Augsburger Allgemeine.

Deutscher industrieller aus Augsburg
Weiterhin im Rennen um die Übernahme von Manroland ist ein deutscher industrieller Investor. Dabei handelt es sich um die Firmengruppe Possehl aus Lübeck. Possehl hat in Augsburg bereits das Unternehmen Böwe Systec aus der Insolvenz gezogen, ein Unternehmen welches Hochleistungs-Kuvertieranlagen herstellt. Allerdings plant Possehl nur das Augsburger Werk zu übernehmen.

Nach den heute fortgeführten Gesprächen soll es am morgigen Mittwoch erste konkrete Details mit den Gläubigerbanken ausgehandelt werden. „Nun steht zu befürchten, dass [die Banken] auf dieses augenscheinlich lukrative Angebot aufspringen“, warnte die Gewerkschaft IG Metall und forderte „Lösungen für die Beschäftigten, nicht für die Banken“, zitiert die Süddeutsche Zeitung. Anschließend sollen Arbeitnehmervertretern konkrete Zahlen über den nötigen Stellenabbau erhalten.

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(Daniel Schürmann | Quelle: sueddeutsche.de, augsburger-allgemeine.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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