Ein Tablet ist nicht genug

18. Januar 2012, 10:10 Uhr | Archiv

Die aktuellen „Deloitte TMT Predictions 2012“ zeigen Trends und Entwicklungen in Technologie, Medien und Telekommunikation (TMT): Fernsehen völlig unabhängig von festen Programmvorgaben und -abläufen kommt bei den meisten Zuschauern nicht gut an. Im Gegenteil: Das Fernsehprogramm ist für viele eine willkommene Strukturierung, dennoch verlagert beziehungsweise erweitert sich der TV-Konsum stärker in IP-Netze und generiert dort, nicht zuletzt auch aufgrund neuer Services, zusätzliches Datenaufkommen.

(Quelle: geeky-gadgets.com)

Überhaupt wird das Datenvolumen durch die wachsende Zahl unterschiedlicher Devices gesteigert. Insbesondere Tablets setzen ihren Siegeszug fort – der Trend geht hier klar zum Zweitgerät. Um die enormen Datenmengen in den Griff zu bekommen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Zum einen werden Flatrates ohne Datenlimit zunehmend um gedeckelte Tarife ergänzt. Zum anderen bedienen sich die Nutzer vermehrt alternativer Technologien zur Datenübertragung. Nicht zuletzt ist das Thema „Big Data“ auf dem Vormarsch. Entsprechende Pilotprojekte sind bereits 2012 zu erwarten.

„Die Zahl der verkauften Tablets wird sich innerhalb der kommenden vier Jahre in Deutschland vervierfachen. Diese neuen Endgeräte-Kategorien und zusätzliche Medienangebote treiben das Datenvolumen drastisch in die Höhe. Telekommunikationsanbieter müssen darauf reagieren, beispielsweise mit einer Deckelung der Datenmengen auch im Festnetzbereich“, erläutert Dr. Andreas Gentner, Partner und TMT Industry Leader EMEA bei Deloitte.

Die Zahl derer, die eine Sendung innerhalb von 24 Stunden nach Ausstrahlung sehen, ist mit 98 Prozent überwältigend – und ist in den letzten drei Jahren nahezu konstant geblieben. Dennoch beschränkt sich TV längst nicht mehr auf Kabel, Satellit und Antenne: Nicht zuletzt aufgrund Video-geeigneter Geräte wie PCs oder Tablets dringt das Fernsehen stärker ins IP-Netz. Heute verfügen 12 Prozent der deutschen Haushalte über ein Hybrid-TV – 46 Prozent hätten gerne eines. Damit einher geht eine Vielfalt neuer interaktiver, oft programmbegleitender Angebote. Bis 2015 wird deren Nutzerzahl auf in Deutschland auf 25 Millionen angewachsen sein.

Die Vernetzungsfähigkeit verschiedener Geräte verleiht der Werbewirtschaft neue Impulse. Mit Targeted TV Advertising werden die einzelnen Zielgruppen präziser denn je angesprochen. Obwohl der positive Effekt neuer Werbeformen erwiesen ist, wird die Umsetzung noch einige Zeit auf sich warten lassen – auch im kommenden Jahr wird deren Formatanteil nicht höher als 1 Prozent liegen. Ähnliches gilt für die virale Empfehlungswerbung, sie wird sich mittelfristig allenfalls als komplementäres Element etablieren.

TV unterwegs, Social Gaming, Konvergenz – alles das trägt dazu bei, dass die Menge übertragener Daten stetig anwächst. Hinzu kommt ein weiteres Phänomen: Viele Verbraucher schaffen sich ein zweites Tablet an. Dabei neigen die Nutzer zur Differenzierung, denn zusätzlich zum beliebten 10 Zoll Tablet kaufen sich viele ein kleineres Modell mit Fünf- oder Sieben-Zoll-Display. Insgesamt 5 Prozent aller verkauften Tablets im Jahr 2012 werden an Käufer gehen, die bereits eines besitzen.

Der IP-Traffic in Deutschland wird sich von 2010 bis 2015 vervierfachen. Den Hauptanteil daran hat der mobile Datenverkehr. Die steigende Datenmenge stellt Provider und andere Akteure vor ernsthafte Herausforderungen. Telekommunikationsunternehmen werden daher versuchen, die Flatrates mit unbegrenzter Datenmenge zugunsten gedeckelter Tarife mit garantierter Quality of Service zu ersetzen. Darüber hinaus nutzen die Verbraucher immer öfter alternative Technologien zum Datentransfer, zum Beispiel Bluetooth, Wi-Fi-Direct oder andere Methoden der Kurzstreckenübertragung.

„Große Datenmengen brauchen neue Konzepte und Modelle, insbesondere im geschäftlichen Bereich. ‚Big Data‘ lautet hier das Stichwort, das 2012 deutlich an Bedeutung gewinnen wird. So werden mehr als 90 Prozent der Fortune-500-Konzerne entsprechende Initiativen auf den Weg bringen – angeführt von den Internetunternehmen, dem öffentlichen Sektor und der Finanzbranche. Dabei eröffnen Big Data Analytics den Anwendern zusätzlich attraktive Perspektiven, zum Beispiel beim Management von Kundenbeziehungen oder beim Pricing“, ergänzt Dr. Andreas Gentner.

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(Marco Schürmann | Quelle: presseportal.de)

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