Heidelberg Druck baut 2000 Stellen ab

18. Januar 2012, 9:25 Uhr | Archiv

In einer Telefonkonferenz hat Heidelberger Druckmaschinen AG gestern seine letzten Quartalszahlen für das 3. Geschäftsquartal (1. Oktober bis 31. Dezember 2011) bekannt gegeben. Zwar sieht das Minus kleiner aus als im Vorjahr, der Schuldenberg aber bleibt gleich. Ein nun beschlossenes Maßnahmenpaket kostet 2000 Mitarbeitern ihre Jobs. Weitere Einsparmaßnahmen sollen folgen.

Heidelberg Headquarters (Quelle: Heidelberg.com)

Der Vorstand der Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) hat, wie im November 2011 angekündigt, das Effizienzprogramm „FOCUS 2012“ zur Erreichung der Profitabilitätsziele verabschiedet. Damit soll sichergestellt werden, dass nach wie vor im Geschäftsjahr 2013/14 das angestrebte operative Ergebnis vor Sondereinflüssen von rund 150 Millionen Euro erreicht wird und das Unternehmen auch in Zukunft seine führende Position eigenständig weiter ausbauen kann.

Umfassendes Maßnahmenpaket
Mithilfe des Effizienzprogramms „FOCUS 2012“ sollen in den kommenden zwei Jahren die Kapazitäten und Kosten von Heidelberg deutlich reduziert werden. Damit wird die Basis für eine positive Geschäftsentwicklung geschaffen, um den sich verändernden Marktanforderungen und dem Umfeld gerecht zu werden. Der Großteil der Einzelmaßnahmen soll bereits kurzfristig im Kalenderjahr 2012 eingeleitet und umgesetzt werden. Darüber hinaus beinhaltet das Programm auch mittel- bis langfristige Maßnahmen, um die gesamte Organisation an die veränderten Strukturen anzupassen.

Im Rahmen der kurzfristigen Maßnahmen werden die Produktionskapazitäten um rund 15 Prozent reduziert sowie die Servicekapazitäten in den Regionen an das erwartete mittelfristige Umsatzniveau angepasst. Der Bereich Forschung und Entwicklung wird durch die Reduktion der Kapazitäten sowie die weitere Optimierung der internen F&E Prozesse und eine begleitende Neu-Priorisierung von Projekten seine Aufwendungen senken.

Das gesamte Maßnahmenpaket wird Auswirkungen auf die weltweiten Belegschaftszahlen von Heidelberg haben. Vorbehaltlich der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen sollen weltweit bis zu 2.000 Stellen abgebaut werden. Nach derzeitigen Planungen setzt sich diese Zahl aus rund 1.200 inländischen Stellen in den Bereichen Produktion, Entwicklung, Verwaltung und Vertrieb sowie rund 800 Stellen im Ausland zusammen.

Heidelberg auf der IPEX 2010 (Quelle: Heidelberg.com)

Vorläufige Ergebnisse des 3. Quartals
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 (1. Oktober bis 31. Dezember 2011) lagen nach vorläufigen Berechnungen der Auftragseingang mit rund 640 Mio. Euro und der Umsatz mit rund 630 Mio. Euro im Rahmen der abgeschwächten Erwartungen. Beim vorläufigen Auftragseingang unterschreitet Heidelberg den Vergleichswert aus dem Vorquartal (668 Mio. Euro), der vorläufige Umsatz liegt auf dem Niveau des Vorquartals (636 Mio. Euro). Das vorläufige betriebliche Ergebnis (EBIT) ohne Sondereinflüsse ist im dritten Quartal mit rund 2 Mio. Euro wiederum leicht positiv (Vorquartal: 5 Mio. Euro). Nach neun Monaten konnte Heidelberg trotz leicht rückläufigem Umsatz im Vergleich zum Vorjahr das betriebliche Ergebnis vor Sondereinflüssen auf minus 19 Mio. Euro verbessern (Vorjahr: minus 26 Mio. Euro). Damit plant das Unternehmen unverändert, im Gesamtjahr 2011/12 gegenüber dem Vorjahr ein spürbar verbessertes operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen zu erzielen. Der vorläufige Free Cashflow war im dritten Quartal mit minus 4 Mio. Euro annähernd ausgeglichen (Vorquartal: minus 12 Mio. Euro). Somit konnte die Nettoverschuldung weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau gehalten werden und beträgt zum Stichtag nahezu unverändert zum Vorquartal rund 275 Mio. Euro.

Wachstumschancen zur drupa 2012
Im Kontext der strukturellen Änderungen im Medien- und Kommunikationsmarkt ist einerseits zu beobachten, dass etablierte Druckanwendungen, zum Beispiel im Zeitungs- und Zeitschriftenbereich der westlichen Welt, erhebliche Einbußen verzeichnen, dafür aber etwa im Verpackungsmarkt und bei Kleinauflagen sowie bei Print-on-Demand- und Web-to-Print-Produktionen deutliches Wachstum erwartet wird. Darüber hinaus wächst die Druckproduktion in den Schwellenländern.

Weitere Einzelheiten und Erläuterungen zu den Zahlen des dritten Quartals des Geschäftsjahres 2011/12 wird Heidelberg am 8. Februar 2012 veröffentlichen. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Schürmann | Quelle: www.heidelberg.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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