Manroland entlässt 2400 Mitarbeiter

24. Januar 2012, 9:09 Uhr | Archiv

Der zahlungsunfähige Druckmaschinenbauer Manroland hat im Rahmen von Betriebsversammlungen am gestrigen Tag seine Mitarbeiter über die geplanten Stellenstreichungen informiert. In Augsburg fallen knapp 741 Stellen weg, in Offenbach 970 und in Plauen müssen 354 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Für Empörung sorgte das Verfahren, in dem die Mitarbeiter über ihren Verbleib informiert wurden.

(Quelle: www.ci-portal.de)

In den insgesamt drei Standorten von Manroland, Augsburg, Offenbach und Plauen verlieren knapp 2400 Mitarbeiter ihre Beschäftigung. Dies gab der Betriebsrat gestern bekannt. Der neue Eigentümer des Augsburger Werks, die Possehl Gruppe, übernimmt nur 1400 Mitarbeiter. Rund 900 Stellen fallen Weg, inklusive der Mitarbeiter, die in der Freistellungsphase der Altersteilzeit sind – daher kursieren etwas unterschiedliche Zahlen im Internet.

In Offenbach haben 970 Mitarbeiter das Angebot bekommen in die Transfergesellschaft PTG einzusteigen, die Lohnfortzahlungen für ein halbes Jahr übernimmt und Schulungen sowie Weiterbildungsmaßnahmen anbietet, um die entlassenen Mitarbeiter besser weitervermitteln zu können. 780 Jobs bleiben erhalten. Im Plauener Werk dürfen etwa 450 Mitarbeiter bleiben, 350 müssen gehen.

In der Transfergesellschaft erhalten die eintretenden von Manroland entlassenen Mitarbeiter ein Transfer-Kurzarbeitergeld, das aus Versicherungsbeiträgen der Arbeitsagentur stammt. Diese Zeit gilt nicht als Arbeitslosigkeit. Die ehemaligen Eigentümer von Manroland Allianz Capital und MAN hatten für die Gesellschaft 24 Millionen Euro bereitgestellt – was allerdings nicht reichen dürfte. Die EU könnte weiteres Geld zusteuern. Für Unverständnis sorgte unterdessen das Verfahren, in dem die bisherigen Mitarbeiter über ihre eigene Zukunft im Unternehmen erfahren haben. Sie mussten sich an Tischen anstellen und haben dort einen Umschlag erhalten.

Die Zukunft von Manroland
Vergangenen Mittwoch hatte der Manroland-Gläubigerausschuss verlauten lassen, dass das Unternehmen zerschlagen wird. Augsburg und später auch Plauen gehen an die Possehl-Gruppe aus Lübeck. Das Manroland-Management plant das Werk in Offenbach zu übernehmen und zu sanieren. Anschließend wolle man auch für hier einen Investor suchen den Betrieb sanieren und einen Investor suchen. Seit dem gestrigen Tag verhandelt das hessische Wirtschaftsministerium mit dem Management, ob man nötige Landesbürgschaften übernehme.

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(Daniel Schürmann | Quelle: tagesschau.de, ntv teleboerse, freiepresse.de)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

1 Kommentar

  1. Antworten

    michael

    24. Januar 2012

    Das was Schneider mit dem gekauften Betriebsratsvorsitzenden abgezogen hat war der Todesstoß für Manroland. Es gibt Abteilungen wo 5 Leute in der Führung sind und genau 5 in der Fertogung. Werden die Mitarbeiter nun schon 1 zu 1 bewacht ??
    Eine Sozialauswahl wurde auch nicht getroffen denn die Familienväter mit 40 Jahren wurden entlassen und Ledige ältere mit weniger Sozialpunkten wurden verschont. Nach was hier entschieden wurde ist allen ein Rätsel.

    Die Possehl-Gruppe wird sich noch richtig wundern, was hier angerichtet wurde. Wünschenswert ist für die Kollegen das sich der Rest noch zusammen findet um wieder ein gute Produkt herzustellen, aber als "Insider" kann ich daran nicht wirklich glauben


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