Erster Facebook-Roman entsteht

26. Januar 2012, 10:58 Uhr | Archiv

Seit Montagnachmittag können österreichische Studenten die Entstehung des weltweit ersten Facebook Romans ‚Zwirbler‘ in Echtzeit auf Bildschirmen an ihren Hochschulen verfolgen. Die Zuseher können die Handlung mithilfe von Postings beeinflussen. „Ich habe dem UniScreen-Geschäftsführer, mit dem ich befreundet bin, vorgeschlagen, Zwirbler zu übertragen. Studenten haben immer schon wertvollen Input geliefert. Durch die Übertragung erhoffe ich mir verstärkte Mitarbeit“, sagt Zwirbler-Autor „tg“, alias Gergely Teglasy.

Zwirbler: möchte mehr studentische Mitarbeit - (Foto: screenshot)

Mit der Arbeit an Zwirbler hat tg schon im Juli 2010 begonnen. Der Text, der in Form von maximal 420 Zeichen langen Postings entsteht, gilt damit als erster Facebook-Roman der Welt. „Viele Journalisten haben das nachrecherchiert. Es gab zwar Ankündigungen vor Zwirbler, aber die sind nie in die Tat umgesetzt worden. Nachahmer gibt es natürlich auch“, so der Facebook-Literat. Mit dem Schreiben der sozialen Belletristik verdient Teglasy kein Geld. „Ich profitiere lediglich indirekt vom gesteigerten Bekanntheitsgrad. Ich wollte vor allem zeigen, dass Facebook auch abseits von Banalitäten verwendet werden kann. Das Umsetzen einer neuen Idee macht großen Spaß“, sagt tg.

Mittlerweile hat Zwirbler über 7.800 „likes“ bei Facebook gesammelt. User können dank Zusammenfassungen jederzeit einsteigen. „Die ersten paar Hundert Fans kamen sehr schnell dazu. Das Interesse ist seither stetig gestiegen. Es gibt auch viele Leser, die sich nicht durch Interaktion mit der Profilseite outen. Ich war selber überrascht vom großen Erfolg“, erklärt tg. Alle Leser können mittels Facebook-Postings Einfluss auf die Handlung nehmen. „Welche Ideen ich übernehme, entscheide ich. Mein Text hat trotz Einflüssen von sehr vielen Menschen einen einheitlichen Stil“, sagt der Social-Media.Autor. Der Text hat mittlerweile eine Länge, die mit einem 90- bis 100-seitigen Buch zu vergleichen ist.

Ein Ende von Zwirbler ist momentan noch nicht in Sicht. „Ich weiß nicht, wie lang der Text wird. Ich kann nicht einmal sagen, was ich morgen schreibe. Das Ende muss sich logisch aus der Geschichte ergeben“, so tg. Sobald sich ein passender Abschluss für Zwirbler gefunden hat, ist wegen der großen Nachfrage eine Veröffentlichung als gebundenes Buch angedacht. Der bisher verfasste Teil des Romans erfreut sich jedenfalls großer Beliebtheit. „Literatur-Kritiker sind oft von der Form geblendet und konzentrieren sich zu wenig auf den Inhalt. Die bisherigen Rückmeldungen sind aber durchwegs positiv“, sagt der Online-Pionier.

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(Markus Keßler/Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)

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Marco Schürmann

1 Kommentar

  1. Antworten

    Ildiko Szabo

    30. Januar 2012

    Es macht einfach Spaß mitzuzwirbeln! :)


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