US-Online-Zeitungsmarkt ändert sich

27. Januar 2012, 14:52 Uhr | Archiv

Laut dem US-Marktforscher Comscore ist Langzeit-Branchen-Primus New York Times nicht mehr das meistbesuchte Zeitungsangebot im Netz. Die englische Boulevardzeitung Daily Mail hat dem Prestige-Blatt aus den USA im Dezember 2011 den Spitzenplatz streitig gemacht. Eine Sprecherin der Qualitätszeitung aus New York zeigte sich verschnupft und zweifelt die Messmethoden von Comscore, die als Branchenstandard gelten, an.

Papier: Laut Umfrage beliebter als gedacht - (Foto: pixelio.de, W. Wulff)

Im Dezember 2011 wurde die Online-Version der New York Times von 44,8 Mio. Lesern besucht. Im selben Monat konnte die Daily Mail 45,3 Mio. Besucher verzeichnen. Eine Sprecherin der US-Zeitung kommentierte das Ergebnis beleidigt und begründete die Wachablöse an der Spitze mit der Inkludierung eines Anlageberatungsportals der Daily Mail in die Gesamtbesucherzahl. Da Nebenplattformen der New York Times nicht berücksichtigt worden seien, sei diese immer noch das meistbesuchte Einzelangebot einer Zeitung im Netz. Gleichzeitig betonte die Sprecherin, dass die Daily Mail trotz Büros in Los Angeles und New York nicht als Konkurrenz betrachtet werde.

Die Leserzahlen der New York Times im Internet haben sich trotz Einführung einer Bezahlschranke positiv entwickelt. Die Daily Mail hat in den vergangenen Jahren aber deutlich höhere Zuwachsraten zu verzeichnen gehabt. „Boulevardblätter, zum Beispiel Bild und Krone im deutschsprachigen Raum, sind von Haus aus auf höhere Leserzahlen ausgelegt.

In London herrscht hingegen Freude über die neugewonnene Marktführerschaft. Der Chefredakteur der Daily-Mail-Online sieht die Zahlen als Bestätigung der guten Arbeit seiner Mannschaft. „Wir bringen Nachrichten, die die Menschen lesen wollen“, fasst er den Erfolg seiner Publikation zusammen. Die New York Times verfolgt eine andere Philosophie. Für die New York Times zählt die Qualität der Leserschaft.

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(Daniel Schürmann | Quelle: pressetext.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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