Langley übernimmt Manroland Bogenoffset

13. Februar 2012, 8:46 Uhr | Archiv

Nur wenige Tage nach dem Verkauf der Rollenoffest-Sparte an die deutsche Possehl-Gruppe wurde für die Bogenoffset-Sparte am Standort Offenbach eine Investorenlösung gefunden. Der britische Unternehmer Tony Langley und die privat geführte Engineering Gruppe, Langley Holdings sind die Investoren hinter der vollständigen Übernahme des Geschäftsbereiches Bogendruckmaschinen einschließlich aller Immobilien am Standort Offenbach sowie der manroland-Vertriebsorganisation in mehr als 40 Ländern.

(Quelle: www.ci-portal.de)

„Ich freue mich sehr über diese Lösung, die dem Standort Offenbach und dem Bogendruck eine langfristige Perspektive geben wird“, so Insolvenzverwalter Werner Schneider. Rund 860 Mitarbeiter in Offenbach werden übernommen. „Tony Langley ist bekannt als strategischer Investor mit langfristiger Perspektive. Wir sind davon überzeugt, dass hier eine dauerhafte Perspektive für das Bogendruckgeschäft von manroland gefunden wurde“, so Schneider weiter.

„Wir sehen sehr gute wirtschaftliche Perspektiven für das restrukturierte Unternehmen“, sagte Tony Langley. „Dies sind Produkte auf Weltklasse-Niveau mit einer hervorragenden Reputation. Die Produktionsanlagen und die Forschungs- und Entwicklungseinheit sind hervorragend, wie es nicht anders zu erwarten ist von einem ausgezeichneten deutschen Maschinenbau-Unternehmen.“

Langley sagte in einer Rede an die gesamte Offenbacher Belegschaft von mehr als 850 Mitarbeitern, dass „mit diesem Tag eine neue Ära beginnt“ und dass er äußerst zuversichtlich ist, dass diese Firma sehr erfolgreich sein wird. Spontanen Applaus erntete Langley als er seine Rede mit einer Reminiszenz an die berühmtesten Worte schloss, die je ein englischer Redner sprach, die des Präsidenten John F. Kennedy im Jahr 1963: „Ich bin ein Roländer.“

Langley führt in Deutschland bereits zwei erfolgreiche Unternehmensgruppen im Bereich Maschinen- und Anlagenbau. Im Jahr 2011 erzielte die gesamte Langley Holdings plc mit allen vier Divisionen bei einem Umsatz von ca. 500 Million Euro ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von ca. 76 Millionen Euro, wobei rund zwei Drittel dieses Ergebnisses aus den beiden deutschen Beteiligungen stammen. Trotzdem über den Kaufpreis Stillschweigen vereinbart wurde, ist bekannt, dass Gruppe eine gesunde Bilanz ohne Verbindlichkeiten hat und die Übernahme von Langley aus eigenem Barvermögen finanziert wurde.

Als Beleg für die hervorragende Marktfähigkeit der manroland-Maschinen zeigten sich fast alle Kunden von der im November vergangenen Jahres bekannt gegebenen Insolvenz des Druckmaschinenherstellers unbeeindruckt und stornierten ihre bereits laufenden Bestellungen nicht. Die Zufriedenheit mit den außerordentlich hochentwickelten Maschinen ist groß. Daher sträubten sich die Kunden, die die manroland Bogenoffset-Technologie aufgrund der außergewöhnlich guten Druckqualität und Leistungsfähigkeit gewählt hatten, auf Mitbewerber-Produkte umzuschwenken. Stattdessen zogen sie es vor, das Ergebniss der Investorensuche abzuwarten. Sie sollten nicht enttäuscht werden, „… wir hätten keinen besseren Kapitalanleger finden können,“ sagte „Roländer“-Veteran Rafael Penuela, Geschäftsführer der kürzlich gebildeten manroland sheetfed GmbH. „Langley ist eine starke und erfahrene Industriegruppe, die den Maschinen- und Anlagenbau versteht und langfristige Perspektiven für alle seine Investitionen hat. Das Management ist über das Ergebnis der Investorensuche sehr erfreut.“

Alle Verträge wurden am 1. Februar unterzeichnet, und die Transaktion erhielt die Zustimmung der deutschen Kartell-Behörde im Verlauf dieser Woche. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Mittendorf | Quelle: manroland.com)

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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