Google gefährdet freien Wissenszugang

14. Februar 2012, 10:30 Uhr | Archiv

Im Zuge der jährlichen Fachtagung Domain Pulse befassen sich Experten mit aktuellen Fragen und Trends zu Domains und der Weiterentwicklung des Internets. Im Mittelpunkt steht unter anderem „Internet-Monopoly“ und was dagegen zu tun ist.

Globus: vernetzte Welt durch Google dominiert - (Foto: pixelio.de/ G. Altmann)

„Alternative Suchmaschinen müssen gefördert werden, um nicht von Amerika abhängig zu sein. Faktische Monopole müssen reguliert werden, um eventuelle Machtmissbräuche zu unterbinden“, erklärt Wolfgang Sander-Beuermann, Leiter des Suchmaschinenlabors der Leibniz Universität Hannover.

In der Vergangenheit waren Anbieter wie AltaVista oder Lycos erfolgreiche Suchmaschinen. Heute gibt es in dem Bereich kaum noch einen Wettbewerb. Durch zunehmende Vernetzung der Google-Dienste versucht das Unternehmen seine Monopolstellung immer weiter auszubauen. Experten befürchten auf kurz oder lang sogar eine Kartellklage.

„Weltweit gibt es cirka 175 Mio. Webseiten. Die Top-500 haben eine Reichweite von etwa 51 Prozent. Rund 170 Mio. Webserver sind insgesamt gesehen bedeutungslos“, so Sander-Beuermann. Durch Suchmaschinen werden diese Webseiten überschaubar. Nur etwa die ersten 20 werden wahrgenommen. So hat Google durch seine Quasi-Monopolstellung Einfluss darauf, was im Internet existiert und was nicht.

Aus diesem Grund hat Sander-Beuermann den Verein für freien Wissenszugang SuMa e.V gegründet. Dieser unterstützt alternative Suchmaschinen, um den Zugang zum digitalen Weltwissen zu sichern. „Um vorhandene globale, monopolähnliche Strukturen entgegenzuwirken, muss durch Aufbau und Betrieb einer pluralistischen Wissenszugangs-Infrastruktur ein freier und transparenter Zugang geschaffen werden“, so Sander-Beuermann.

Der Internet-Experte fordert auch im Internet demokratische Strukturen. Weder staatliche Bevormundung noch Oligopole dürfe es geben. Entscheidungsgremien des Netzes müssten demokratisch legitimiert sein. Aktuell fallen alle wesentlichen Entscheidungen in den USA. Daher müssen laut Sander-Beuermann europäische oder nationale Alternativen entwickelt werden.

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(Jana Seywald/Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)

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