Weltwirtschaft profitiert von Textanalyse

27. Februar 2012, 10:10 Uhr | Archiv

Während Computerprogramme vor zehn Jahren nur mit strukturierten Texten umgehen konnten, wird die individuelle Textanalyse heute immer mehr zum Alltag – mit wirtschaftlicher Bedeutung. Mittlerweile können sogar emotionale Reaktionen auf Social-Media-Plattformen erkannt und analysiert werden.

(Quelle: hlpstr.de)

„Auf große Mengen bezogen, können solche Softwareprogramme verlässlich persönliche Äußerungen und Meinungen analysieren, doch kann es in Einzelfällen auch daneben gehen, wenn beispielsweise ironische Aussagen falsch interpretiert werden“, erklärt Ulrich Schäfer, Projektleiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz.

Die New Yorker Firma Dataminr verwendet solche Textanalyse-Roboter. Damit sollen ungewöhnliche oder relevante Entwicklungen aufgespürt und den Kunden im Finanz- und Regierungssektor mitgeteilt werden, wie der Spiegel berichtet. „Wir haben unsere Kunden 23 Minuten vor der ersten Nachrichtenagentur vom Tod Osama Bin Ladens informiert“, erzählt Dataminr-Geschäftsführer Ted Bailey.

Dataminr wiederum bezog seine Information von veröffentlichten Nachrichten auf Twitter. Immer wichtiger wird es „up to date“ zu sein und so zahlen Firmen dafür, dass Unternehmen wie Dataminr Social-Media-Plattformen durchforsten und die Kunden mit Informationen versorgen. „Bedenklich ist, dass hinter diesen Daten private Äußerungen von Personen stehen, die verwendet werden, um damit Geld zu machen“, sagt Schäfer.

Während die einen eine Korrelation der Dow-Jones-Kursentwicklung mit der Twitter-Stimmung feststellen, bleiben andere eher skeptisch. „Natürlich kann es passieren, dass durch bestimmte Tweets Aktienkurse beeinflusst werden, aber nicht der gesamte Dow Jones“, so Schäfer. Andere Experten sind überhaupt der Meinung, dass man sich von solchen Stimmungsschwankungen nicht beeinflussen lassen soll, wenn es um Aktien geht.

Bezüglich Manipulationsgefahr solcher Systeme gehen die Meinungen auseinander. Es gibt Stimmen, die von der Zuverlässigkeit des Programms überzeugt sind. Andere reden von einem generellen Problem der Computersysteme. „Das ist kein spezifisches Problem der Textanalyse. Generell sind alle Computersysteme unsicher und können angegriffen werden“, meint Schäfer.

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(Jana Seywald/Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)

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