Mehr Transparenz von Google gefordert

9. März 2012, 8:45 Uhr | Archiv

Ende Februar beschäftigte Google die Abgeordneten des Bundestages in einer öffentlichen Anhörung. Im Mittelpunkt dabei standen Fragen wie: Wie kommen die Trefferlisten bei Google zustande? Unterliegen die Ergebnisse ausschließlich dem Algorithmus des Suchmaschinenbetreibers? Oder greift das Unternehmen aus Mountain View künstlich in die Suche ein?

Bildquelle: Pixelio // Fotograf: Sebastian Bernhard

Fraktionsübergreifend forderten die Medienexperten dabei mehr Transparenz von Google bei der Internet-Suche. Thomas Jarzombek (CDU) kritisierte, dass der hohe Marktanteil von Google insbesondere in Deutschland „ein extrem hohes Machtpotenzial“ berge. Eine derartige Position gerade bei Medieninhalten würde der Staat an keiner anderen Stelle tolerieren. Seiner Forderung nach mehr Transparenz schlossen sich im Unterausschuss Neue Medien auch Abgeordnete der anderen Parteien an.

Herbert Behrens (Die Linke) sagte, Google müsse sich schon fragen lassen, ob Angebote einzelner Verlage von Google in der Trefferliste schlechter eingestuft würden als andere. Der FDP-Abgeordnete Jimmy Schulz warf die Frage auf, ob der Wettbewerb in der Internet-Suche überhaupt noch so funktionsfähig sei, dass Google-Konkurrenten dem Marktführer mit besseren Ideen Paroli bieten könnten.

Ähnliche besorgt äußern sich seit langem auch BDZV und der Verband Deutscher Zeitschriften (VDZ). Mit einem Marktanteil von weit über 90 Prozent sei Google eine „nicht ersetzbare Vertriebsplattform“, sagte Christoph Fiedler vom VDZ. Mit ihr werde entschieden, „was im Internet gefunden wird und was nicht“. Das geschehe „intransparent und nicht neutral“, da nach geheimen Kriterien entschieden werde, welche Inhalte die ersten und damit relevanten Plätze bei der Suche belegen.

Gegen das Geschäftsgebaren des kalifornischen Unternehmens haben die Verlegerverbände bei der EU-Kommission Beschwerde eingereicht, wie der BDZV berichtet. Was meinen Sie zu dem Thema? Tauschen Sie sich über die Kommentarfunktion mit unseren anderen Lesern aus. Zudem können Sie sich täglich über unsere Facebook-Seite auf dem neuesten Stand halten oder dort unsere Beiträge kommentieren.

(Daniel Mittendorf | Quelle: bdzv, mit Material von dpa und Deutschem Bundestag)

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