Datenstau: Funkzellenbedarf steigt

14. März 2012, 10:10 Uhr | Archiv

Das neue iPad ist mit dem schnellen Mobilfunkstandard LTE ausgerüstet – zumindest für US-Käufer. Für den internationalen Einsatz fehlen noch die Standards für das Highspeed-Surfen. Auch im nächsten iPhone wird der neue Mobilfunkstandard integriert sein, und auf der Cebit zeigte Vodafone sein erstes LTE-Smartphone. „Was bringt mir aber ein neues iPad mit ultraschneller Technologie, wenn das mobile Internet nicht hinterherkommt? Wir brauchen eine funktionierende LTE-Infrastruktur in Form von Funkzellen“, fordert Bernd Stahl vom Netzwerkdienstleister Nash Technologies in Stuttgart.

(Quelle: n-tv.de)

Die Digitalisierung ist in vollem Gang, durchdringt eine Branche nach der anderen und macht auch vor der Freizeit nicht Halt. Die Entwicklung beruht auf drei Säulen: Endgeräte, Dienste in der Cloud und ein schnelles Internet als Klebstoff. Nicht nur Smartphones und Tablets, sondern auch Fahrzeuge, die Energieversorgung unserer Wohnungen und Haushaltsgegenstände werden intelligent gemacht und vernetzt.

Diese Menge an Daten muss das Internet auch über Funk verkraften können, sowohl hinsichtlich der Abdeckung als auch der Mobilfunknetz-Bandbreite. Doch auch die einzelnen Funktionen der Endgeräte und den Diensten in der Cloud wachsen täglich. „Der neue Cloud-Dienst Google Play macht Apples iTunes Konkurrenz. Immer mehr Bücher, Musik, Filme, etc. legen wir in der Cloud ab. Das kann alles aber nur funktionieren, wenn das mobile Internet überall mit hoher Bandbreite vorhanden ist“, betont Stahl.

Die Herausforderungen für den Netzausbau sind größer denn je, bestätigt Roman Friedrich vom Beratungshaus Booz & Company: „Nicht einmal beim 3G-Mobilfunknetz ist die Flächendeckung in Deutschland erreicht. Viele Netzbetreiber können sich die hohen Investitionssummen nicht erlauben. Das gilt vor allem für die Einführung von LTE, wo die Investitionsbereitschaft der Carrier geringer wird. Normalerweise werden rund 16 Prozent des Umsatzes in den Netzausbau gesteckt, doch gehen diese Zahlen zurück.“

Der Grund: Die Shareholder erwarten Dividenden, so dass der eine oder andere Netzbetreiber überlegt, etwas langsamer mit LTE in den Markt zu gehen. „Die Betreiber stecken in einem Dilemma. Es müssen Vorleistungen erbracht werden ohne zu wissen, wie sich die Nachfrage nach dem schnellen Netz entwickelt.“ Zudem seien noch gewaltige Investitionen in das bestehende Netz vonnöten, um die Datenexplosion zu bewältigen. Jeder Mobilfunk-Carrier müsse die Hotspots seiner Basisstationen an das Glasfasernetz anschließen. „Das kostet richtig viel Geld“, so Friedrich.

Hier liege ein klarer Vorteil der Mini-Funkzellen (Small Cells) als Ergänzung der klobigen Funkmasten, die zwar eine große Fläche mit Breitband versorgen, jedoch den wachsenden Datenstrom kaum standhalten werden. Auch bei den Small Cells werde an der nächsten Generation gearbeitet: „Auf dem Mobile World Congress in Barcelona haben wir gemerkt, wie die Chiphersteller und die Netzbetreiber die Gespräche suchen. Das ist ein Spagat: Sie möchten die Funkzellen natürlich mit LTE ausstatten, aber gleichzeitig auch UMTS abdecken. Nur so gelingt der Übergang von der dritten zur vierten Generation“, sagt Stahl.

„Der Markt für Small Cells ist noch völlig offen. Es gibt – im Gegensatz zu den Cloud- und Endgeräte-Anbietern keine zwei, drei Marktführer, die alles beherrschen. Asien, Europa und USA mischen mit, und es wird sich in den nächsten Jahren zeigen, wer die Nase vorne hat“, sagt Stahl. Insgesamt wächst der Markt für Small Cells drastisch. So hat das Small Cell Forum auf dem Mobile World Congress neue Zahlen veröffentlicht. Von 3,2 Millionen Funkzellen im Jahr 2012 wächst der Markt bis 2016 auf über 62 Millionen Funkzellen weltweit.

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(Gunnar Sohn/Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)

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