Gratis-Blätter auf dem Vormarsch

27. März 2012, 9:59 Uhr | Archiv

Der Verein Arbeitsgemeinschaft Media-Analysen hat gestern, Montag, in Wien die abschließenden Zahlen für das Jahr 2011 präsentiert. Für die Erhebung wurden 16.217 Interviews geführt, die Grundgesamtheit bilden 7.138.000 Österreicher ab 14 Jahren. Die Reichweite der Tageszeitungen geht insgesamt weiter zurück, die meisten Titel verlieren weiter an Boden. Lediglich die gratis verfügbaren Wegwerf-Blätter Heute und Österreich verzeichneten deutliche Zugewinne.

(Foto: pixelo.de/W. Wulff)

Die Reichweite der Tageszeitungen in Österreich ist weiter rückläufig. Mit 73 Prozent oder 5,138 Mio. Lesern liegt der Wert um 0,7 Prozent unter dem des Vorjahres. Die Schwankungsbreite beträgt allerdings ebenfalls 0,7 Prozent, was den absteigenden Ast weniger morsch erscheinen lassen sollte. Die meisten Tageszeitungen bewegen sich nach Berücksichtigung der Schwankungsbreiten im Bereich ihrer Ergebnisse aus dem Jahr 2010. Tendenziell abwärts geht es für die beiden Marktführer Kronen Zeitung und Kleine Zeitung. Im Aufwind befinden sich die U-Bahn-Unterhaltungszeitungen Heute und Österreich.

Vor allem in Wien punkten die Gratis-Hefte. Heute erreichte 2011 in der Hauptstadt eine Reichweite von 41,5 Prozent und schlägt die Kronen Zeitung damit das zweite Jahr in Folge. Bei den wöchentlich erscheinenden Magazinen gehen die Reichweiten tendenziell zurück. TV-Media, 2010 mit 13,6 Prozent noch reichweitenstärkster Vertreter dieser Kategorie, musste den Platz an der Sonne 2011 nach erneuten Rückgängen auf 12,4 an die Ganze Woche abtreten, die nach weniger Einbußen bei 13,4 Prozent hält. Auch die Nummer drei am Magazinmarkt, News, verliert mit 9,3 Prozent tendenziell an Reichweite. Die Schwankungsbreite beträgt 0,5 Prozent.

Das Projekt Media Server, das Reichweitenerhebungen verschiedener Mediengattungen vereinigen soll, um die Daten vergleichbar zu machen, geht nach wie vor langsam voran. „Die Statuten werden demnächst bei der Vereinsbehörde eingereicht. Die technische Kommission hat ihre Arbeit bereits aufgenommen. Die Interessen der unterschiedlichen Medien sind aber nach wie vor sehr schwierig auf einen Nenner zu bringen. Im europäischen Vergleich brauchen wir uns nicht zu verstecken. Andere Länder sind auch nicht weiter“, sagt Media-Analysen-Präsident Helmut Hanusch.

Das Problem beim Vergleich unterschiedlicher Mediengattungen sind vor allem die verschiedenen Messinstrumente. „Bei Print- und TV-Reichweiten ist ein Vergleich beispielsweise sehr schwierig. Die Messungen beim Fernsehen sind technische Erhebungen, während bei den Zeitungen Erinnerungen der Leser abgefragt werden. Dass alle sich fair behandelt fühlen, ist nicht einfach zu erreichen“, so Vize-Präsident Peter Lammerhuber.

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(Markus Keßler/Marco Schürmann | Quelle: pressetext.com)

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