Crowdsourcing mit dem Smartphone

18. April 2012, 9:40 Uhr | Archiv

Die Überprüfung von lokalen Daten, Produktplatzierungen, Qualitäts- und Serviceleistungen in Filialen sowie die lokale Informationsbeschaffung ist für Unternehmen oft kostspielig und logistisch aufwendig. Der Dienst streetspotr bietet Unternehmen nun eine Plattform, solche Aufträge an Smartphone-Besitzer auszulagern und verpackt das ganze in eine ansprechende „Social-App“.

Viele Unternehmen haben im Zuge ihrer Qualitäts- und Serviceoptimierung wiederkehrende Kleinstaufgaben zu bewältigen, etwa die regelmäßige Kontrolle von Produktplazierungen, die Verifizierung von Adressedaten, die Überprüfung von Werbemaßnahmen etc. . Damit verbunden ist gerade für bundesweite Aktionen ein hoher logistischer Aufwand, kostspielige Anfahrt- und Spesenkosten, sowie ein langer Planungsvorlauf.

Das Nürnberger Unternehmen Streetspotr hat gerade für solche Zwecke eine Online-Plattform bereitgestellt, die solch eine Vergabe von „Minijobs“ besonders einfach ermöglicht. Erledigt werden die Aufträge, bei  denen es nur  Sachen zu kontrollieren, dokumentieren und zu bewerten gibt, von einer breiten Masse an Smartphone-Besitzern, die sich hierzu eine kostenlose App installieren können. Die Unternehmen stellen hierzu auf der Web-Plattform streetspotr.com ihre Aufträge und ein dazugehöriges Aufgabenprofil (etwa Foto- und Videodokumentation, Bewertungen etc.) ein. Darüber hinaus wird Höhe der Bezahlung für Erledigung des Auftrags definiert.

Über die auf dem Smartphone ermittelte Geoposition – unter dem Namen Locations-based Service (LBS) geläufigt – kann der Nutzer nach der Registrierung nun Aufträge in seiner Nähe orten und bei Interesse annehmen und abarbeiten. Wird die Bearbeitung zur Zufriedenheit des Auftraggebers ausgeführt, wird die Zahlung der Kleinstbeträge (in der Regel zwischen 0,50 € und 2,50 €) freigegeben und über Dienste wie paypal abgewickelt.

Neben der Bezahlung erzeugt die App beim Benutzer durch eine stimmige und spielerische Aufmachung und ein Punktesystem die Motivation zur Teilnahme, ähnlich wie es Dienste wie foursquare schaffen.

Der Dienst läuft seit dem  29. November 2011 und ist mittlerweile schon in vielen deutschen Großstädten wie Berlin, Hamburg, München und Nürnberg verfügbar. Mitmachen kann dabei jeder. Der Dienst ist für die Nutzer kostenfrei und läuft unter iOS und Android.

Des einen Freud ist dabei bekanntlich auch des anderen Leid – so bleibt zu hinterfragen, wie sich dieser Dienst auf entsprechend spezialisierte Dienstleister auswirkt und ob Unternehmen solche Tools ausnutzen, um besonders im Servicebereich die Mitarbeiter einer ständigen Kontrolle auszusetzen.

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(Nils-Arne Pohlandt | Quelle: Streetspotr)

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