Printed Electonics auf der drupa 2012

11. Mai 2012, 17:05 Uhr | Archiv

Printed Electronics schickt sich an, in vielen Branchen die Produktion zu revolutionieren und wird seit einiger Zeit als große Chance für viele Druckereien gehandelt. Der große Durchbruch ist jedoch auch auf der drupa nicht in Sicht – der Branche fehlt ein ordentlicher Business-Case, potenzielle Kunden suchen nach Möglichkeiten Technologien geschickt zu kombinieren.

RFID, LC und OLE-Displays, Solarzellen und vieles mehr wollte die Branche komplett drucken. Die Realität sieht jedoch weniger rosig aus. Oft sind es kleine Probleme, welche die Produktion verzögern. Häufig lassen sich die Produkte doch nicht wie erhofft in einer Anlage komplett drucken. Chips müssen extra extern gefertigt werden um anschließend auf die gedruckten Leiterbahnen aufgeklebt zu werden.

Das Problem dabei ist jedoch auch ein „Henne-Ei-Problem“. Die Entwicklung der neuen Technologien und Fertigungsprozesse ist teuer. Die Anwender in den Betrieben scheuen jedoch Investitionen in eine neue Technologie solange es keine konkret funktionierenden Anwendungen gibt. Im Falle von RFID/NFC fehlen aber auch entsprechende Lesegeräte durch die eine Nachfrage entstehen könnte.

Die Produktion von Schaltkreisen ist im Druck aktuell nur eingeschränkt möglich. So müssen die einzelnen Leiterbahnen breit genug sein um beim Biegen nicht sofort zu brechen. Dieses hat zur Folge, dass für komplexe Schaltkreise aktuell immer noch konventionelle Chips aufgebracht werden müssen um ein funktionsfähiges Produkt herzustellen. Für ein RFID-Etikett wird dabei nur die Antenne mit dem Grundraster gedruckt. Als Druckverfahren können dabei Offset, Flexo- und Siebdruck zum Einsatz kommen.

Ebenfalls problematisch ist die Recyclierbarkeit von gedruckter Elektronik. Die Metalle in den elektrisch leitenden Farben werden in den Altpapierkreislauf mit eingetragen und reichern sich dort an. Dieses ist sowohl aus prozesstechnischer als auch ökonomischer Sicht nicht sinnvoll, da dies zu immer weiteren Problemen in der Papierproduktion führt.

Auf der drupa hingegen kann man dennoch einige interessante Anwendungen von gedruckter Elektronik entdecken. So etwa zeigt die Firma PolyIC GmbH & Co. KG in Halle 3 auf Stand D70 Konzepte für berührungsfreie Sensoren und sogenannte Smart Objects. Mit den Smart Objects lassen sich beispielsweise Gewinnspielkarten realisieren. Diese werden erst im Geschäft durch das Induktionsfeld aktiviert und der Kunde sieht auf dem ebenfalls gedruckten Display anschließend den freigeschalteten Gewinn.

Ein weiteres interessantes Highlight sind die gedruckten Monochromdisplays der Firma Ynvisible in Halle 7 an Stand C25. Die flexiblen Displays finden beispielsweise Einsatz in Grußkarten und können auf Knopfdruck 2 verschiedene Bilder darstellen.

Ebenso zeichnet sich das Unternehmen Cardolution in Halle 7 an Stand F21 aus. Auch sie verwenden bereits bekannte Technologien und vereinigen diese zu einem fertigen Produkt.

Jedoch kommt es momentan genau auf diese Integration an, um ein vernünftiges Produkt auf den Markt zu bringen. Durch die steigende Anzahl an Produkten ist auch zu erwarten, dass mehr Hersteller und Abnehmer in den Markt mit einsteigen und die Preise erschwinglicher werden.

Zum Thema funktionales Drucken und gedruckte Elektronik finden dieses Wochenende, 12. & 13. Mai 2012 auf der drupa Thementage im drupa cube (Halle 7a) statt.

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