eInk jetzt auch in Farbe

18. Mai 2012, 13:00 Uhr | Archiv

Plastic Logic hatte bereits Ende vergangenen Jahres ein elektronisches Lesegerät für den Bildungsbereich vorgestellt: Der E-Book-Reader namens „Plastic Logic 100“ sollte in einem Pilotprojekt in sieben Regionen Russlands in Schulen eingesetzt werden. Jetzt stellte das Unternehmen in Moskau eine farbige Version ihres 10,7-Zoll-Displays vor, berichtet die russische Seite Ria Novosti.

Bild: plasticlogic.com

Plastic Logic hat dazu über die Elektrophorese-Schicht mit schwarzen und weißen Kügelchen Farbfilter gelegt. Jedes Pixel besteht dadurch aus einem roten, grünen und blauen Subpixel sowie einem transparenten respektive schwarzweißen Segment für mehr Kontrast. Die RGBW-Struktur ist auch bei OLEDs üblich, um ausreichend Helligkeit zu erzielen. Das Display kann 4096 Mischfarben anzeigen (4 Bit pro Farbe) und hat eine Auflösung von 75 dpi. Für die Lesbarkeit im Dunklen will Plastic Logic eine Frontbeleuchtung in Form kleiner LEDs in die Reader einbauen.

Die Herausforderung lag offenbar darin, dass sich E-Paper-Schicht und Farbfilter gleichermaßen biegen lassen, sodass sich der Filter beim Biegen nicht von der bildgebenden Ebene ablöst und dann für Farbsäume oder Verzerrungen sorgt. Für die Ausrichtung der elektronischen Tinte sorgen 1,2 Millionen Polymertransistoren, auch die sonstige Ansteuerelektronik wird auf Polymerbasis gefertigt. Produziert werden die biegsamen Displays in Dresden in einer hochmodernen, vollautomatisierten Anlage. Welchen Kräften das Plastic-Logic-Display Stand halten kann, demonstriert das Unternehmen sehr anschaulich in einem weiteren Video:

Die Massenproduktion des farbigen E-Paper-Displays soll im Laufe des Jahres anrollen. Allerdings hatte Plastic Logic in der Vergangenheit bereits mehrfach Produktionspläne verschieben müssen. 2010 sorgte Plastic Logic für negative Schlagzeilen, als das Unternehmen seinen „Que proReader“ kurz vor der geplanten Markteinführung beerdigte. Die Plastikdisplays werden in einer hochmodernen Anlage in Dresden gedruckt werden. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 als Ausgliederung der Cavendish Laboratories an der Cambridge University gegründet, Ende 2010 investierte der russische Staatskonzern Rosnano (Russian Corporation of Nanotechnologies) in Plastic Logic und hält jetzt knapp 44 Prozent an dem Unternehmen.

(Quelle: Heise.de)

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