Nur wenige nutzen NFC zum Bezahlen

1. Juni 2012, 11:45 Uhr | Archiv

Händler und Payment-Anbieter rüsten überall, insbesondere in Amerika, immer mehr Zahlterminals mit neuer Technik aus. Doch nur selten wird sie genutzt. Auch die steigende Verbreitung von NFC-Chips in Smartphones und Kreditkarten verhilft der Technik nicht zu Aufschwung. Laut einer Statistik von IDC werden dabei in Amerika gerade mal 7,7% der Geschäfte über NFC Smartphones abgewickelt.

NFC-Bezahlung via iPhone - (Quelle: digitalslife.com)

Jedoch wird dies nicht durch weitere neue Geräte, wie z.B. ein eventuell mit NFC-Chip ausgestattetes iPhone 5, verbessert. Trotz seines Einflusses im Smartphone-Bereich ist Apple nur ein Teil einer komplexen Welt der drahtlosen Finanztransaktionen, die Banken, Kreditkartenunternehmen, Smartphones auf mehreren Betriebssystemen, Kaufleute und NFC-Zahlungsterminals beinhaltet, sagen Analysten.

In den USA, die bei kontaktlose Zahlungen hinter Japan und Südkorea zurückbleiben, besteht bereits ein gut etabliertes Netzwerk, welches die Menschen mit Kreditkarten und Geldautomaten unterstützt, um permanent einen Vorrat an Bargeld oder Kreditkarten mitzuführen. Die große Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten hat die Nachfrage in den USA für Handys mit NFC-Technologie reduziert. Jüngste Umfragen zufolge sind die US-Verbraucher nicht an neuen Bezahlmethoden interessiert.

Apples lang erwartetes neue iPhone, welches womöglich ab Herbst 2012 erhältlich sein wird, könnte dabei mit einem NFC-Chip ausgestattet sein, welches mit einer Art von Geldbörse-App schnelle und drahtlose Einkäufe bei Händlern erlauben würde. Benutzer könnten dazu in der App, welche mit einem Passwort geschützt wird, ihre herkömmliche Kreditkarte verknüpfen damit diese bei der Bezahlung automatisch belastet wird. Somit wäre kein zusätzliches Konto nötig. Eine Bezahlung über den iTunes-Account und das damit verbundene Konto für den App-Store, so Gartner Analystin Sandy Shen, sei wegen der hohen Risiken und der Sicherheit sehr unwahrscheinlich.

Das von Google im letzten Jahr gestartete Projekt Wallet für NFC-fähige Android-Smartphone setzt auf ein ähnliches Prinzip. Jedoch ist das Projekt, so Analysten, trotz der über 100.000 Zahlterminals in den Vereinigten Staaten nur ein bescheidener Erfolg. Um einen wirklichen Start von mobile Payment zu erreichen, so Will Stofega von IDC, brauche es eine sehr große Verbreitung der Geräte. Man sei jetzt noch immer in einer sehr frühen Phase der Entwicklung. Einen wirklich großen Markt sieht das Analyseunternehmen Gartner frühestens ab dem Jahr 2016.

Laut Berichten der Sepharim Group, könnte Apple auch wieder versuchen etwas neues „revolutionäres“ zu erschaffen. Denkbar wäre dabei das Auftreten Apples als „Pseudo-Bank“ mit einem neuen Framework rund um die mobile Bezahlung. Dieses könnte die Kosten für Zahlungen, von momentan bis zu 3% des Einkaufswertes reduzieren, so Analyst Bob Egan von der Sepharim Group.

Juniper Research zeigt in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie, dass nur 2% der amerikanischen und westeuropäischen NFC-fähigen Smartphone-Benutzer im Jahr 2012 auch tatsächlich Waren mit solchen Geräten kaufen. Diese Zahl wird voraussichtlich auf bis zu 25% im Jahr 2016 steigen. Das könnte durch den Zusammenschluss mehrerer Zahlungsanbieter gefördert werden. Das Konsortium ISIS mit mehr als 100 Millionen Kreditkarteninhabern könnte dabei als Vorreiter auftreten, indem ein übergreifender Standard für Zahlungen geschaffen wird.

Der gesamte NFC-Markt hat jedoch das große Problem, dass es für den Verbraucher keinen Anreiz gibt mit NFC zu bezahlen. Solange sich dies nicht ändert wächst der Markt auch weiterhin nur sehr langsam.

(Quelle: ComputerWorld)

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