Warnweste zeigt Signale dank Gestenerkennung

1. Juni 2012, 8:24 Uhr | Archiv

Studenten der Kunsthochschule Berlin haben in Kooperation mit dem Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland (TITV) eine Warnweste namens „TexVest“ entwickelt, die Verkehrspolizisten bei der Arbeit schützt und die Sicherheit auf der Straße erhöht. Sie arbeitet mit Gestenerkennung und zeigt die Leitsignale über eine Vielzahl von LED-Leuchten an.

LED-Weste: schlaues Textil erkennt Signalgesten - (Foto: Jaka Plesec)

Das Kleidungsstück selbst besteht aus handelsüblichem Polyester. Das Studenten-Team hat darauf in Handarbeit acht Module mit insgesamt 4.230 LED-Dioden angebracht, die in einem Sechseck-Muster angeordnet sind. Die Platine ist mit einem Mikroprozessor sowie Bewegungssensoren an den Armen verbunden, erklärt Sabine Gimpel, TITV-Bereichsleiterin für Forschungsmanagement und Marketing, im Gespräch mit pressetext. Gespeist werden die Lichter aus einem 2,2-Ah-Akku mit 7,5 Volt.

Anhand der Gestik des Polizisten erhält die CPU Rückmeldung und erkennt das jeweilige Leitsignal. Auf Basis dessen leuchten auf der Weste entweder grüne Pfeile für die Umleitung nach Links oder Rechts, ein gelbgepunkteter „Achtung“-Hinweis oder ein roter „Stop“-Schriftzug auf.

Das Textil kann insbesondere bei Notfalleinsätzen in Abendstunden, etwa beim Ausfall einer Ampel oder zur Regelung des Verkehrs nach einem Unfall nützlich sein. Die Leuchtdioden erleichtern nicht nur den Autofahrern die Orientierung, sondern machen auch den Exekutivbeamten besser erkennbar.

Beim aktuellen Prototypen sind die Bewegungssensoren noch verkabelt. „Es wäre möglich, hier eine drahtlose Lösung zu verwenden, allerdings hat man sich aus Zuverlässigkeitsgründen für eine andere Lösung entschieden. Die Befestigung ist an sich wenig störend.“ Auch von Problemen durch die Wärmeentwicklung der LEDs geht Gimpel nicht aus, da die Leuchtweste ohnehin nur übergangsweise und über der Berufskleidung getragen wird.

Ob das hilfreiche Textil als solches zur Serienreife gebracht wird, ist unklar. Laut der Marketingverantwortlichen gibt es jedoch eine Reihe von Interessenten für Teillösungen, die auf dieser Arbeit beruhen. Im Moment tüftelt man am TITV deshalb an verschiedenen Gerätetechniken, die die maschinelle Anbringung der Lichter auf dem Polyester-Untergrund ermöglichen sollen.

(via Georg Pichler | pressetext.com)

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Marco Schürmann

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