1930 Bewerbungen für neue Top-Level-Domains

13. Juni 2012, 17:14 Uhr | Archiv

Die ICANN, oberster Verwalter und Koordinator der Geschäfte rund um Top-Level-Domains, hat heute die Liste mit den Bewerbungen um neue Top-Level-Domains bekannt gegeben. Es handelt sich dabei vorerst nur um Vorschläge, die nun kommentiert werden können und dann einer Auswahl unterzogen werden. Erste Domainendungen könnten nach Aussage der Verantwortlichen bereits im ersten Quartal 2013 auf den Markt kommen. Unter den Bewerbungen finden sich einige interessante Endungen.

(Quelle: icann.org)

Neben Domainendungen mit erotischem Hintergrund, gibt es auch einige Domains mit explizitem Firmen- (.acer, .amazon, .youtube) oder Regionenbezug (.berlin, .cologne bzw. .koeln). Darüber hinaus sind aber auch Domainendungen rund um Medien sehr gefragt, wie beispielsweise: .app, .blog, .book, .mail, .movie oder .music. Auch allgemeinere Domains wie .buy, .cloud, .design, .gmbh, .inc oder auch .store oder .web sorgten für großes Interesse und wurden gleich mehrmals beantragt.

Wie immer bei der Diskussion um neue TLDs wurden aber auch Zweifel und Kritik laut.

Unternehmen sind quasi dazu gezwungen sich entsprechende Domains zu registrieren, damit Mitbewerber oder Kritiker diese Domains nicht gegen sie nutzen können. Dazu fallen regelmäßig hohe Kosten an, die Domains haben aufgrund sehr spezieller TLDs dann allerdings kaum einen Nutzen für die Unternehmen.

Darüber hinaus wurden die Kosten der neuen Domains kritisiert. Diese liegen rein für die Bewerbung bei 185.000 Dollar, dazu kommt eine jährliche Gebühr von 25.000 Dollar pro Domain, sofern man als Registrar die Rechte daran erhält. Die Verantwortlichen sagten, wer diese Kosten nicht stemmen könne, der wäre wohl auch kaum in der Lage überhaupt einen Registrierungsstelle zu betreiben, insofern stelle dies keine Verzerrung des Wettbewerbs dar. Wieviel die Endkunden dann für eine Domain zahlen müssten, obliege natürlich den Registraren.

Kritik wurde weiterhin daran geübt, dass die ICANN die E-Mail-Adressen aller Bewerber veröffentlicht hat. Einer der anwesenden Reporter meinte, dies sei eine „tolle Kontaktliste“ und man würde anscheinend wenig vom Datenschutz halten. Von Seiten der ICANN hieß es darauf, das sei von Anfang an geplant gewesen.

Die vollständige Liste der Bewerbungen können Sie hier einsehen.

(Quelle: Pressekonferenz der ICANN)

 

Meinung des Autors: Es bleibt abzuwarten wieviele und welche der Domainendungen letztendlich von der ICANN an die Registrare vergeben werden. Und wenn auch sicherlich sehr viele eher unrelevante Domains dabei sind, so könnten einige der generischen Top-Level-Domains durchaus sinnvoll sein.

Es bleibt aber zu befürchten, dass von den neuen Domains wenig bei den normalen Nutzern ankommt. Nicht selten sind in der Vergangenheit freigeschaltete Domains in großen Mengen an Händler gegangen, die dann Unsummen für die ungenutzten Domainnamen verlangen. In diesem Zusammenhang wird häufig behauptet, dass sich die Regstrierungsstellen, allen voran die ICANN, nur an den (neuen) Domains bereichern wollen.

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Florian Meier

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