Ex-Manrolandmitarbeiter scheitern mit Klage

18. Juni 2012, 11:28 Uhr | Archiv

Insgesamt haben 150 Ex-Mitarbeiter gegen die Anfang des Jahres unterschriebenen Auflösungsverträge Klage eingelegt. Die Mitarbeiter, die in der letzten Januarwoche die Auflösungsverträge unterschrieben haben, fühlen sich seitens des Insolvenzverwalters und des Betriebsrates arglistig getäuscht und falsch informiert. Eine Übernahme des Unternehmens erfolgte bereits am 1. Februar 2012 durch den britischen Investor Langley Holding. 

(Quelle: www.ci-portal.de)

Um den Sachverhalt zu klären, sind sie vor das Arbeitsgericht gezogen. Die Verhandlung fand am 12.06.2012 für 26 der 150 Ex-Mitarbeiter statt, eine arglistige Täuschung, deren Vorwurf in der Klage erhoben wurde, konnte vom Gericht in erster Instanz nicht bestätigt werden.

Hintergrund zu den Klage-Einreichungen der Mitarbeiter: Ende letzten Jahres meldete das Unternehmen Manroland Insolvenz an. Anfang des Jahres wurden etliche Auflösungsverträge mit den Mitarbeitern geschlossen, um das Unternehmen und die Mitarbeiterzahl interessant für einen Investor zu machen. Insgesamt sollten bis zum 31. Januar 1.000 Angestellte das Unternehmen Manroland verlassen. Einige Mitarbeiter, die den Auflösungsvertrag nicht unterschrieben haben, wurden gekündigt. Ein Großteil der Auflösungsverträge wurde in der letzten Januarwoche geschlossen, eine kurzfristige Übernahme fand jedoch kurz darauf zum 1. Februar statt. Die Mitarbeiter kritisieren, dass die Übernahme durch den Investor nicht über Nacht entschieden worden sei und erfahrungsgemäß Übernahme-Verhandlungen im Vorfeld stattgefunden hätten. Die Ex-Mitarbeiter werfen Unternehmen und Betriebsrat vor, dass ihnen diese Informationen bewusst vorenthalten wurden um sie zu einer schnellen Unterzeichnung der Auflösungsverträge zu bewegen.

Die Ex-Mitarbeiter haben Klage beim Arbeitsgericht erhoben und sind nun in der ersten Phase der Verhandlung gescheitert, da die Richterin Ingrid Hopfner die vorgeworfene arglistige Täuschung nicht erkennen konnte. Die Mitarbeiter wurden in zahlreichen Betriebsversammlungen und Informationsveranstaltungen über den Werdegang informiert. Es war zu jeder Zeit klar gewesen, dass mit einem Teil der Mitarbeiter weiter gemacht werden sollte. Durch dieses Urteil vom Arbeitsgericht sind die geschlossenen Auflösungsverträge gültig und die Arbeitsverhältnisse beendet.

Die Kläger können gegen dieses Urteil Berufung beim Landesgericht einlegen. Ob dieses erfolgt, ist bisher noch nicht bekannt.

Die restlichen Klagen werden in den kommenden Wochen vor den anderen acht Kammern behandelt.

(Mirca Reifner | Quelle: fr-online.de)

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