Kaum neue Internetnutzer in Deutschland

27. Juni 2012, 11:20 Uhr | Archiv

Im Jahr 2012 hat sich die Zahl der Online-Nutzer in Deutschland nur marginal erhöht. Mit 0,9 Prozent Zuwachs zum Vorjahr sind 75,6 Prozent der Deutschen online, aber immer noch haben rund 17 Millionen Menschen über 14 Jahren keinen Zugang zum Netz.

Die Initiative D21 hat die neuen Zahlen ihres (N)ONLINER Atlas 2012 veröffentlich und über 30.000 Interviews durchgeführt. Das Ergebnis zeigt einen nur schwachen Anstieg der Internetnutzer in Deutschland im letzten Jahr. Während 2011 noch 3,3% mehr Onliner zu verzeichnen waren, stagnierte die Zahl 2012 beinahe mit einem Anstieg von lediglich 0,9%. Damit verfügen in Deutschland immer noch 24,3% der über 14-Jährigen Einwohner weder privat noch beruflich über einen Zugang zum Netz.

Besonders im Osten der Republik erkennt man eine schwache Ausprägung in der Nutzung, Sachsen-Anhalt, Mecklemburg-Vorpommern und Brandenburg bilden zusammen mit dem Saarland mit unter 70% die Schlusslichter. Mit rund 80% sind die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen an der Spitze der Onlinenutzung, knapp gefolgt von Baden-Württemberg.

In der geschlechterspezifischen Nutzung lässt sich feststellen, dass zwar die Frauen in der Nutzung aufholen, jedoch immer noch 10% mehr Männer im Netz unterwegs sind. In den Altersgruppen von 14 bis 30 Jahren sind mit einem Anteil von mehr als 96% die meisten Onliner zu verzeichnen, erwartungsgemäß schwach fällt die Gruppe der über 60-Jährigen aus, auch wenn hier die Zuwachsraten mit mehr als 3% über dem Durchschnitt liegen und bei den über 70-Jährigen sogar am stärksten ausfallen. Dies mag auch an einem einfacheren Zugang zum Netz und einer leichteren Bedienbarkeit, etwa durch Tabletgeräte liegen.

Wenn sich auch in der Anzahl der Online-Nutzer nicht viel geändert hat, gab es in der Zugangsstruktur jedoch einige Verschiebungen. Gewinner sind die hochperfomanten Zugänge über das Kabelnetz und auch der mobile Netzzugang. Bereits 5,1 % der Befragten gaben an, einen mobilen Zugang über Surf-Stick oder UMTS-Karte als primäre Verbindungsart zu nutzen. Während klassisches DSL, besonders aber Analog- und ISDN-Zugänge zurückgingen, konnten auch die Kabel-Anbieter Zuwächse auf 8,5% (von 5,9%) verbuchen.

Spannend wird die Entwicklung für das kommende Jahr sein. Zum einen werden durch großflächige Breitbandabdeckungen über den LTE-Ausbau auch ländlichere Regionen besseren Zugang erhalten, bisher noch ein möglicher Grund für „Nonliner“ dem Netz fern zu bleiben. Zum anderen wird durch fortschreitenden Entwicklungen auf dem Tabletmarkt auch älteren, weniger technikaffinen Nutzergruppen ein einfacher Weg ins Netz geebnet. beyond-print.de prophezeit daher einen nochmals sprunghaften Anstieg des mobilen Zugangs in den kommenden zwei Jahren.

 

 

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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