Smartphones überholen gewöhnliche Handys

29. Juni 2012, 9:30 Uhr | Archiv

Schon in zwei Jahren besitzen laut Analysten 90 Prozent der mobiltelefonierenden Europäer und Nordamerikaner ein Smartphone, wie der Guardian berichtet. Heute beträgt der Anteil etwa 50 Prozent. Durch die zunehmend billigeren Smartphones aus China und das allgemnein fallende Preisniveau, das durch Android bewirkt wurde, werden selbst Menschen, die nur telefonieren wollen, schon in wenigen Jahren zu Einsteiger-Smartphones greifen, weil sie einfach günstig und allgegenwärtig sein werden. Firmen wie RIM und Nokia müssen sich beeilen, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Einfache Mobiltelefone: altes Eisen – (Foto: pixelio.de, Daniel Kattnig)

„Prognosen über den Untergang einer Technologie bewahrheiten sich nie, wie die Schallplatte oder GSM-Handys beweisen. Menschen sind resistent gegen Technologiewandel und eine Minderheit wird immer zu älterer, einfacherer Technik greifen. Deshalb wird es immer simple Mobiltelefone geben, mit denen nur telefonieren und Nachrichten verschicken möglich ist. Die Nischen sind hartnäckig“, sagt Karim Taga, Managing Director von Arthur D. Little Austria. Die britischen Analysen erwarten trotzdem einen Siegeszug der Smartphones.

„Die jungen, wohlhabenden User haben alle schon Smartphones. Die Älteren und weniger gut Betuchten werden keine Wahl haben. Sie werden zwar einfachere Smartphones haben, diese neben Kurznachrichten und Anrufen aber auch für Apps verwenden“, sagt Analyst Neil Mawston. Große Neuerungen wie Touchscreens, Apps und mobiler Datenverbrauch haben aber auch für andere Umbrüche gesorgt. Die früheren Platzhirsche Nokia und RIM stehen mittlerweile am Rande des Abgrunds und auch die Netzbetreiber mussten einen Teil ihrer Umsätze pro Kunde an die Smartphone-Hersteller abtreten.

Die große Konkurrenz unter vielen Herstellern, die durch Android ermöglicht wurde, und in den Markt drängende Billigprodukte aus China werden den Trend in Zukunft noch beschleunigen. In vielen Ländern werden Smartphones mittlerweile sogar ohne Daten-Tarife verkauft. In Portugal etwa nutzen die Menschen mobiles Internet fast nur über WLAN-Netzwerke. Trotzdem steigt der Anteil der moderneren Geräte.

Trotz der fast schon ubiquitären Verfügbarkeit der omnipotenten Mobiltelefone bevorzugen junge Menschen das Gespräch von Angesicht zu Angesicht, wie die Huffington Post berichtet. 49 Prozent der Jugendlichen geben in einer Befragung an, dass persönliche Gespräche ihre bevorzugte Kommunikationsform sind. Dahinter folgen Kurznachrichten mit 33 Prozent und soziale Medien mit sieben Prozent. 45 Prozent der jungen Menschen geben an, dass es frustrierend ist, wenn Freunde ihren Smartphones mehr Aufmerksamkeit schenken als ihnen.

(via Markus Keßler | Quelle: pressetext.com)

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Marco Schürmann

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