Neue Domains revolutionieren das Internet

3. Juli 2012, 9:28 Uhr | Archiv

Angesichts von 1.930 Bewerbungen aus 60 Ländern für die ab 2013 gültigen neuen Top Level Domains (TLD) wie „.wien“ oder „.gmbh“ hat Österreichs Vermarktungsgesellschaft nic.at heute, Montag, an Unternehmen, Agenturen sowie User appelliert, eine geeignete Domain-Strategie ins Auge zu fassen. „Zumindest im ersten Jahr wird es viel Verwirrung geben“, so nic.at-Chef Richard Wein. Noch immer würden Firmen diesbezügliche „Schätze im Keller“ unterschätzen und das Hauptaugenmerk auf die Traffic-Analyse legen.

Petra Gregorits und Richard Wein bei der Präsentation „Domain-Strategie-Studie“ der nic.at GmbH in Wien – (Bild: fotodienst.at/S. Renlom)

„Uns allen steht eine Internet-Revolution bevor“, prophezeit Wein. Die nic.at GmbH habe darum 2012 als das Jahr der Domain-Strategie ausgerufen. Eine breit angelegte Studie soll dies untermauern. Demnach führen schon jetzt über die Hälfte der Unternehmen mehr als sechs Domain-Namen. Deren Auswahl sei zumeist Chefsache und ergebe in der Praxis Schnittstellenkonflikte mit der Marketing-Abteilung oder der EDV. Online-Aktivitäten würden generell weiter an Bedeutung gewinnen.

Laut Petra Gregorits, Geschäftsführerin von PGM Research, ist der Domain-Name vor dem Punkt marketinggetrieben, nach dem Punkt vertriebsorientiert bis hin zu regional focussiert. „Noch wenig genützt wird hierzulande das Potenzial an bewegten Domains für Kampagnen und Slogans“, betont Gregorits. Mit 41,4 Prozent sehen sich Unternehmen auch bei der Umsetzung einer Domain-Strategie bereits viel weiter als dies Agenturen und Registrare befinden.

Obwohl fast 60 Prozent der Firmen über die neuen TLDs Bescheid wissen, so die Autoren, haben 69,7 Prozent der Agenturen und 68,8 Prozent der Registrare keine Kundenanfragen erhalten. „Es wird einen regelrechten Kampf um einzelne TLDs wie ‚.hotel‘ oder ‚.gmbh‘ geben“, versichert Wein. „Da ist Aufmerksamkeit der Unternehmen gefordert.“ Die angestammten Länder-Domains würden aber nicht über Nacht an Bedeutung verlieren, zumal etwa „.at“ eine regionale Bekanntheit beziehungsweise Verbundenheit von 93 Prozent besitzt.

Der ursprüngliche Preis von 185.000 Dollar je TLD hat einen Aufschrei in der Internetgemeinde bewirkt, wird wegen der vierfach höheren Bewerberzahl um bis zu 50.000 aber reduziert werden, so Wein. Die Vorteile der neuen TLDs sehen die Experten in der besseren Vermarktungsmöglichkeit und aufgrund verstärkter Regionalität wie „Namensräumen“ auch in höheren Trefferquoten bei Suchmaschinen. „Es wird ein Umdenken geben müssen“, findet Wein. „Aus einer anfangs vermuteten Fake-Seite wird letztlich mehr Sicherheit resultieren.“

Über den Modus für die endgültigen Zuschläge gibt es laut nic.at von der ICANN „ein ganzes Buch an Regeln“. Die meisten Anträge stellten Google mit 101 TLDs und Amazon mit 76. Die beiden Web-Giganten duellieren sich übrigens um die am häufigsten gewünschte Domain „.app“ oder auch „.book“, „.game“, .“shop“ und viele weitere. Die nic.at hat unter anderem die technische Betreuung von „.wien“, „.berlin“, „.versicherung“ und „.reise“ inne. Die weltweit noch immer häufigste Domain-Endung ist „.com“.

(Quelle: pressetext.com)

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Marco Schürmann

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