Bremst Apple den NFC-Durchbruch?

26. Juli 2012, 10:22 Uhr | Archiv

Schon beim iPhone 4S hat man die Integration der Near-Field-Communication (NFC) erwartet und nach wie vor gibt es kein Apple-Gerät, das eine entsprechende Technik für etwaige mobile Bezahlvorgänge ermöglicht. Android bietet mit Google Wallet zwar bereits eine entsprechende Möglichkeit an, doch kann von einem Durchbruch für NFC-Bezahlsysteme noch nicht die Rede sein.

(Bild: Passbook für iOS)

Die Technology Review schreibt, dass Apple keine Lust habe, Banken und Kreditkartenfirmen eine wichtigere Rolle innerhalb Apples Wertschöpfungskette einzuräumen.

Christian Erasim, Vorstand des Kundenterminaml-Betreuers Hobex Zahlungssysteme erklärt: „Für kleine Beträge ist NFC die Zukunft. Allerdings müssen Handyhersteller, Provider und Kreditkartenfirmen an einem Strang ziehen, um den Durchbruch zu ermöglichen. Apple könnte alles über iTunes abwickeln, um die Kreditkartenfirmen weiter unten in der Kette zu positionieren, irgendwo kommt die Bankanbindung aber immer ins Spiel. Derzeit hängt NFC auch noch wegen der hohen Stückkosten bei den Kreditkartenfirmen.“

Da die Banken und Kreditkartenfirmen versuchen werden, „ein großes Stück vom Kuchen“ zu erlangen, wird es bei den Konditionen wohl kaum Diskussionsraum geben. „Das ist zwar etwas besser geworden, aber großes Entgegenkommen gibt es nach wie vor nicht“, meint Erasim. Während NFC in Japan und Südkorea bereits durch die Monopole im Telekommunikations- und Bankenbereich weit verbreitet ist, lässt der Durchbruch in den restlichen Ländern der Welt auf sich warten.

NFC bietet dabei nicht nur die Möglichkeit zur mobilen Bezahlung – auch die Übertragung von Dateien oder anderen Informationen ist damit möglich. Ob Apple für das kommende iPhone 5 NFC-Chips einsetzen wird und vielleicht sogar eine Bezahlfunktion bieten wird, ist noch völlig unklar. Fest steht aber, dass sich die Technologie auf lange Sicht auch ohne das Unternehmen aus Cupertino durchsetzen wird.

„Es wird beides geben, NFC-Chips in Kreditkarten und in Handys. In zwei Jahren werden keine Bezahl-Terminals ohne NFC-Funktionalität mehr aufgestellt. Die Lebensdauer eines Terminals beträgt zirka fünf Jahre. Das heißt, dass spätestens in sieben Jahren alle Terminals getauscht sind“, so Erasim. Wenn die Möglichkeit flächendeckend gegeben ist, so werde sie auch genutzt. „In Kantinen, im Nahverkehr und bei Schnellkassen, also überall wo es hohe Frequenz gibt und es um kleine Beträge geht, wird sich NFC durchsetzen. Die Sicherheit ist genauso gut wie beim Bezahlen mit Kreditkarten, wegen der kleinen Beträge ist das Risiko Oper von Kriminellen zu werden aber ohnehin gering“, führt er weiter aus. Ebenfalls durchsetzen könnte sich die neue Kreditkartengeneration mit integriertem NFC-Chip, die den Smartphones im Kampf um den Titel „Geldbörse der Zukunft“ den Rank ablaufen könnte. Vorteil der Kreditkarten sei die „Update-Frequenz“: Während eine Kreditkarte drei Jahre hält, verwendet man dasselbe Mobiltelefon kaum so lange.

(Quellen: pressetext.com, technologyreview.com)

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Marco Schürmann

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