Kreativwirtschaft 2012: Ausbau von Kooperationen als Schlüsselstrategie

26. Juli 2012, 9:10 Uhr | Archiv

Vor einigen Tagen ist das „Trendbarometer Kreativwirtschaft Baden-Württemberg“ der Hochschule der Medien (HdM) und der MFG Innovationsagentur für IT und Medien erschienen. Die Studie skizziert Trends und Zukunftsaussichten in der Kreativbranche. Als größte Herausforderung stellt sich die Kundengewinnung heraus.

(Bild: mudrow.de)

Für die Trendstudie wurden von Oktober bis Dezember 2011 rund 1000 Kreativunternehmen in Baden-Württemberg direkt online befragt; in verschiedenen Netzwerken wurde auf die Studie hingewiesen. Etwa 300 gültige Antwortbögen aus allen Teilbereichen der Kreativwirtschaft kamen zurück. Die Schlüsselstrategie für den Erfolg sehen die Kreativschaffenden im Netzwerken. Kooperationen ausbauen, neue Wege der Zusammenarbeit entwickeln und sich anderen Märkten öffnen ist für sie der Weg in eine erfolgreiche Zukunft.

Im „Trendbarometer Kreativwirtschaft Baden-Württemberg“ wird aufgezeigt, wie die Kreativunternehmen in Baden-Württemberg die Entwicklung ihrer Branche einschätzen, wo sie Handlungsbedarf sehen und wie sie sich für die Zukunft wappnen. Neben dem hohen Wettbewerbsdruck bei der Kundenakquise (60 Prozent) nehmen die Kreativschaffenden besonders den sich zuspitzenden Preiswettbewerb (43 Prozent) und den durch eine veränderte Mediennutzung bedingten Innovationsdruck (30 Prozent) wahr. Hinzu kommt die Gratwanderung, mit zu wenigen qualifizierten Fachkräften (23 Prozent) den gestiegenen Kundenerwartungen hinsichtlich der Leistungsqualität gerecht zu werden (21 Prozent). Skeptische Geldgeber, denen häufig das Verständnis für die Leistungen der Kreativwirtschaft fehlt, etwa aufgrund des hohen Innovationsgrads der Produkte, sehen 21 Prozent der befragten Firmen ebenfalls Herausforderung an, die es zu meistern gilt.

Alleine können die überwiegend kleinen Unternehmen dies kaum bewältigen, daher ist ihnen die Vernetzung mit Partnern besonders wichtig. Ein Drittel der Kreativschaffenden findet, dass Projekte und Leistungen künftig überwiegend in Netzwerken erbracht werden, fast die Hälfte bewertet dies als sehr wahrscheinlich. Darin sehen sie eine sinnvolle Ergänzung des eigenen Leistungsprofils sowie die Chance auf die Erschließung neuer Zielgruppen und mehr Flexibilität durch einen Leistungszukauf. Konkret will ungefähr die Hälfte der Kreativunternehmen in ihren Netzwerken weitere Kooperationen eingehen oder bestehende ausbauen. Auch gehen 30 Prozent der Befragten davon aus, dass sie bis zum Jahr 2020 international vernetzt arbeiten werden. Regionale Beziehungen wollen sie dabei nicht vernachlässigen. Clusteransiedlungen werden auch künftig die Kreativwirtschaft in Baden-Württemberg prägen, schätzen fast 80 Prozent aller Studienteilnehmer (17 Prozent: „sicher ja“, 61 Prozent: „wahrscheinlich“).

Vor welchen Herausforderungen stehen die Kreativunternehmen? – (Grafik: idw-online.de)

Der zunehmend netzwerkartige Charakter der Kreativwirtschaft wirkt sich auch auf den spezifischen Arbeitsmarkt aus: 90 Prozent der Studienteilnehmer gehen davon aus, dass in den Kreativbranchen künftig vor allem flexible oder zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse geschaffen werden, die eine unternehmerische Flexibilität unterstützen. „Der Trend zum Netzwerken ist also auch als Organisationsform dominant“, erläutert Prof. Dr. Martin Engstler, einer der Autoren des Trendbarometers.

In die Zukunft blicken die Studienteilnehmer überwiegend positiv: Die Hälfte sieht sich gut vorbereitet für zu erwartende Veränderungen. Dabei ist die Filmwirtschaft (53 Prozent) ist optimistischer als der Musikmarkt (30 Prozent) oder der Architektursektor (11 Prozent).

Die Studie wurde im Rahmen des Netzwerks Kreativwirtschaft mit der MFG Innovationsagentur Baden-Württemberg durchgeführt, das vom Ministerium für Finanzen und Wirtschaft im Rahmen des EFRE-Programms gefördert wird. Neben Engstler zählen Johannes Lämmerhirt und Professor Holger Nohr vom Institut für Kreativwirtschaft der Hochschule der Medien zu den Autoren. Die Studie ist online verfügbar.

(Quelle: Pressemitteilung Informationsdienst Wissenschaft – idw)

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Marco Schürmann

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