Bargeld in Deutschland am beliebtesten

11. September 2012, 9:30 Uhr | Archiv

Wie eine neue Erhebung zeigt, ist Bargeld bei deutschen Kunden die beliebteste Zahlungsvariante im Ladengeschäft. 60 bis 80 Prozent der Kunden zahlen demnach bar, dahinter rangiert die bargeldlose Zahlung mit der EC-Karte. Dabei stehen auch in Deutschland einige Anbieter in den Startlöchern, um mit neuen Bezahlmöglichkeiten den Markt aufzumischen.

(Quelle: t3n.de)

Als „Schuldige“ für das Ausbleiben von Innovationen in diesem Bereich machen viele die Banken aber auch große Händler verantwortlich. Deren althergebrachte Lösungen ignorieren Smartphones, mobiles Internet und vieles mehr. Einzig in wirklich großen, in sich geschlossenen Systemen, wie zum Beispiel Fußballstadien, gibt es alternative Bezahlmöglichkeiten.

In den USA zeigt seit 2009 der Anbieter „Square“, dass es auch anders geht. Der Service bietet eine App an, die als Geldbörse fungiert und mit der man kontaktlos Zahlungen tätigen kann. Darüber hinaus sind Location Based Services und Rabatt-Aktionen direkt in die App integriert. Mittlerweile wird auf diese Weise ein Jahresvolumen von über 6 Milliarden US-Dollar abgewickelt.

Deutsche Anbieter wie Streetpay, Payleven oder SumUp arbeiten an ähnlichen Lösungen wie Square stolpern dabei aber über die geltenden Regeln für Bezahlsysteme und die geringe Verbreitung von Kreditkarten. Der Sicherheitsanspruch an die letzteren ist vergleichsweise niedrig, was die Integration in Software-Lösungen relativ einfach macht und damit die Entwicklung entsprechender Lösungen begünstigt.

Kreditkarten sind in Deutschland allerdings relativ wenig verbreitet, nur etwa jeder Dritte besetzt eine, und die EC-Karte dominiert den Markt. Um Transaktionen mit der EC-Karte durchführen zu können, stellt die Deutsche Kreditwirtschaft allerdings hohe Ansprüche an die Sicherheit der Systeme. So ist beispielsweise eine Authentifizierung sowohl durch den Chip auf der Karte als auch durch die Eingabe der PIN nötig. Dies ließe sich durch Kartenlesegeräte an Smartphones realisieren, die würden allerdings den Kostenrahmen des Systems sprengen.

Aus diesem Grund nutzen Payment-Anbieter momentan das Lastschriftverfahren, um Transaktionen ohne weitere Prüfung abzuwickeln. Gerade da liegt auch ein Problem begraben. Kunden können die Abbuchungen untersagen bzw. das Geld zurückbuchen, so dass ein erheblicher Aufwand in der (Rück)Abwicklung des Geschäfts entsteht.

Auch große Anbieter wie Apple, Google oder PayPal haben bisher nicht gezeigt, wie sie mit den höchst spezifischen Anforderungen an Bezahlsysteme umgehen und einheitliche Lösungen schaffen wollen. Die Entwicklung bleibt deshalb spannend.

Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg neuer Payment-Lösungen, vielleicht auch das Bindeglied, ist der Themenkomplex „Mobile“. Dank Smartphones wächst E-Commerce und normaler Handel am POS immer mehr zusammen. Man wird vielleicht also notgedrungen Lösungen finden müssen.

(Quelle t3n.de)

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Florian Meier

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