Online-Shopping: Lastschriftverfahren vor dem Aus

11. September 2012, 9:37 Uhr | Archiv

Noch ist das Lastschriftverfahren eine weit verbreitete Zahlungsmethode beim Online-Shopping. Der Hightech-Verband BITKOM weist jedoch darauf hin, dass wenn der europäische Zahlungsraum (SEPA) umgesetzt werde, das Lastschriftverfahren vor dem Aus stehe. Am 1. Februar 2014 soll die entsprechende SEPA-Verordnung umgesetzt werden. Worum es sich dabei handelt, und welche Auswirkungen es hat, zeigt der BITKOM.

Bei Einkäufen im Internet soll zukünftig eine schriftliche Einwilligung des Kunden für die Abbuchung vom eigenen Konto erfolgen. Das hätte für den Online-Handel fatale folgen – der BITKOM setzt sich deshalb zusammen mit neun weiteren Wirtschaftsverbänden in einer gemeinsamen Stellungnahme (mehr dazu am Ende des Artikels) dafür ein, die Internet-Lastschrift in ihrer bisherigen Form vorerst zu erhalten. Dabei fordert man zunächst die Verschiebung der Frist um zwei Jahre auf Februar 2016. Auch die Kreditwirtschaft wird aufgefordert, bis zu dem Zeitpunkt, technisch sichere Internet-Lastschriften unter SEPA-Bedingungen zu ermöglichen. „Beim Einkaufen im Internet eine schriftliche Einwilligung für ein Zahlverfahren zu verlangen, bedeutet praktisch ihr Aus“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf.

Bisher war das Lastschriftverfahren eine unkomplizierte Zahlungsmethode und hat maßgeblich zum Erfolg des E-Commerce in Deutschland beigetragen. Durch den einheitlichen europäischen Zahlungsraum (Single Euro Payments Area – SEPA) soll der Zahlungsverkehr innerhalb der Euro-Zone vereinheitlicht werden. Dabei soll auch ein neues Lastschriftverfahren eingeführt werden, bei dem die Kreditinstitute neben einer schriftlichen Einwilligung für den Bankeinzug auch eine elektronische Einverständniserklärung akzeptieren. Letztere wird bisher jedoch von der Kreditwirtschaft abgelegt und trägt dazu bei, das Lastschriftverfahren als Zahlungsmethode vom Markt zu verdrängen.

„Mit den dem E-Postbrief, De-Mail oder dem neuen Personalausweis existieren innovative Verfahren, die den Auftraggeber eindeutig identifizieren und authentifizieren“, meint Kempf. Diese Technologien könnten eingesetzt werden, um Kreditinstitute bei der Umsetzung der Internet-Lastschrift zu unterstützen.

Eine aktuelle repräsentative Umfrage des BITKOM ergab, dass 46 Prozent aller Online-Käufe über das Lastschriftverfahren getätigt werden. Damit liegt es hinter der Rechnung mit 58 Prozent und Online-Bezahldienstleistern wie Paypal mit 52 Prozent auf dem dritten Platz.

Die gemeinsame Stellungnahme der zehn Wirtschaftsverbände steht im Internet zum Download bereit.

(Quelle: bitkom.org)

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Marco Schürmann

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