Private Smartphones im Unternehmen: Fluch und Segen

19. September 2012, 9:33 Uhr | Archiv

Der Einsatz privater Smartphones im Berufsleben ist zur Regel geworden: Bei einer Forrester-Umfrage im Auftrag von Trend Micro gaben drei Viertel der IT-Verantwortlichen zu Protokoll, dass dies in ihrem Unternehmen der Fall ist. Die größten Bedenken in Zusammenhang mit „Consumerisation“ äußerten die Befragten bei Sicherheitsfragen – denn in jedem zweiten Unternehmen gab es bereits einen sicherheitsrelevanten Vorfall zu beklagen, wie eine Studie von Decisive Analytics ergab.

(© Robert Kneschke – Fotolia.com)

E-Mails von unterwegs lesen, während des Kundentermins im Internet oder im Firmennetzwerk recherchieren – Smartphones haben sich im Berufsleben längst durchgesetzt. Private Smartphones, die auch beruflich genutzt werden, sind hier zur Regel geworden. Drei Viertel der Unternehmen (78 Prozent) richten laut Forester-Recherche derzeit Programme ein, die den Einsatz der privaten mobilen Endgeräte im Geschäftsumfeld (auch „Consumerisation“ oder „bring your own device“ genannt) formal regeln. Bei 60 Prozent fallen darunter auch Smartphones und bei 47 Prozent auch Tablet-PCs und Laptops. Auf die Frage, warum formale Richtlinien eingeführt wurden, nannten 70 Prozent der befragten IT-Experten die damit verbundene höhere Flexibilität und Produktivität der Mitarbeiter als entscheidenden Faktor.

Welch große Rolle die Sicherheit bei dem Thema spielt, zeigen die Recherchen von Decisive Analytics: 86 Prozent der IT-Entscheider nennen Datenschutz und -sicherheit als ihre größten Bedenken, wenn Smartphones auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen. Acht von zehn Unternehmen (83 Prozent), die den Einsatz privater mobiler Endgeräte im Geschäftsumfeld zulassen, setzen die Installation einer Sicherheitssoftware voraus.

Die Zahlen belegen, dass private Smartphones aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken sind, wobei die Zahlen in den USA doppelt so hoch sind wie in Deutschland (53 bzw. 23 Prozent). Auch ist die Begeisterung unter Geschäftsführern generell höher als unter IT-Verantwortlichen, die auch die Sicherheits- und Einrichtungsfragen beschäftigen dürften. Auch besorgniserregende Trends kommen zum Vorschein: Fast die Hälfte (47 Prozent) der Unternehmen hatte bereits einen sicherheitsrelevanten Vorfall zu beklagen. Typischerweise wurden daraufhin sofort die Sicherheitsprotokolle angepasst, beispielsweise die Zugriffsrechte auf Daten eingeschränkt (45 Prozent) oder Sicherheitssoftware installiert (43 Prozent). Nur ein geringer Anteil (12 Prozent) hat als Reaktion darauf BYOD-Programme vollständig gestoppt. Während Unternehmensverantwortliche in Deutschland nach einem entsprechenden Vorfall eher darauf bestehen, dass auf den Smartphones Sicherheitssoftware installiert ist, reagieren ihre US-amerikanischen Kollegen abrupter und stoppen ihre BYOD-Anstrengungen ganz. Dazu Udo Schneider, Solution Architect bei Trend Micro: „Die überwiegende Mehrzahl der Unternehmensverantwortlichen hat erkannt, dass der Einsatz privater mobiler Endgeräte in Firmen viele Vorteile mit sich bringen kann – wenn angemessene Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Denn dass die Gefahren real sind, zeigt die hohe Anzahl der bereits betroffenen Unternehmen. Ganz wichtig ist es, dass entsprechende Prozesse und Richtlinien eingeführt werden. Nur so wird Consumerisation auch wirklich zum Segen.“

(Quelle: Pressemeldung TREND MICRO Deutschland GmbH)

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Marco Schürmann

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