Brasilianische Zeitungen sperren Google aus

23. Oktober 2012, 10:35 Uhr | Archiv

Ein Zusammenschluss von Zeitungsverlegern in Brasilien hat alle seine Mitglieder dazu aufgefordert, ihre Inhalte nicht mehr bei Google News zur Verfügung zu stellen. Der nationale Zeitungsverband ist für 90% aller Zeitungen in Brasilien zuständig, eigenen Aussagen zufolge sind alle Unternehmen dem Vorschlag gefolgt, Google News nicht mehr zu nutzen.

Quelle: zeit.de

Auslöser für diese Empfehlung war, dass Google sich weigerte, den Zeitungsverlegern Geld für Auszugstexte zu bezahlen. Der Suchmaschinenriese sah in seinem Angebot vor allem einen Vorteil für die Verleger, die so kostenlose Werbung und entsprechende Klicks auf ihre Internetangebote erhielten.

Die Verleger sehen dies anders. Google News würde nicht dazu führen, dass mehr Klicks auf die Internetangebote erfolgen. Ganz im Gegenteil würden viele Benutzer nach Lesen der ersten paar Zeilen kein Interesse mehr am ganzen Artikel haben und Klicks auf die Internetangebote würden ausbleiben.

Google hat auch nach wie vor kein Interesse daran, für sein News-Angebot an die Verleger zu zahlen. Dementsprechend sind die 154 Zeitungen fortan nicht mehr mit ihren Inhalten bei Google News zu finden, sehr wohl aber noch in der normalen Google-Suche.

 

Meinung des Autors: In Brasilien findet etwas sehr interessantes statt. Verleger weigern sich öffentlich und mit Nachdruck ihre Inhalte kostenlos für Google News zur Verfügung zu stellen.

Was in Deutschland durch das Leistungsschutzrecht (siehe unseren Artikel „Leistungsschutzrecht und Folgen für die Verleger„) durchgesetzt werden soll, versuchen die brasilianischen Zeitungen nun ohne Rechtsgrundlage zu schaffen.

Ob Sie damit erfolgreich sein werden ist fragwürdig, wirklich angewiesen ist Google auf die Zusammenarbeit der Zeitungen natürlich nicht.

Interessant scheint in diesem Zusammenhang aber vor allem die Begründung der Zeitungsverleger: Wenn die Leser nach den ersten drei oder vier Zeilen kein Interesse mehr haben, den Rest des Artikels zu lesen, dann scheint daran eher der Inhalt an sich Schuld zu sein, als die Form oder die Fundstelle.

Würde hier angesetzt und würde man hochwertige Inhalte produzieren, dann würden die Besucher (und damit Werbeeinahmen) automatisch folgen.

Quelle: bbc.com

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Florian Meier

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