Schwarzer Tag für die Verlagsbranche

14. November 2012, 10:39 Uhr | Archiv

Gleich zwei Hiobsbotschaften trafen gestern die Druck- und Verlagsbranche. Die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg gab den Antrag eines Insovenzverfahrens für die Frankfurter Rundschau bekannt. Der Jahreszeitenverlag erklärte auf einer Sondersitzung in der Zentralredaktion den einberufenen Redakteuren die Einstellung der Print-Ausgabe zum Jahresende. Lediglich digital wird der PRINZ fortbestehen.

 

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Frankfurter Rundschau

Bedingt durch massive Umsaztverluste im Anzeigen- und Druckgeschäft hat die Geschäftsführung der „Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH“ – Herausgeber der Frankfurter Rundschau – am Amtsgericht Frankfurt einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Die Mitarbeiter wurden am Dienstag gegen 15h auf einer Mitarbeiterversammlung darüber informiert. Laut Verdi arbeiten in dem Frankfurter Verlagshaus rund 500 Menschen, darunter rund 100 Mitarbeiter in der Redaktion. Die Redakteure wollen laut eigenem Bericht auf fr-online.de für den Erhalt der Frankfurter Rundschau kämpfen, bis Januar hat der Insolvenzverwalter nun Zeit, einen Investor zu finden und so wenigstens einen Teil der Arbeitsplätze zu retten.

Jahreszeitenverlag

PRINZ Titel

Eine der letzten Prin(z/t)ausgaben

Ähnliche Befürchtungen bestätigten sich leider auch für das Stadtmagazin PRINZ. Nachdem sämtliche Redakteure und Außenredakteure kurzerhand und ohne Rücksicht auf laufende Projekte zu einer Versammlung in die Zentralredaktion nach Hamburg gerufen wurden, kam dann auch die erwartete Ankündigung: Die monatliche Print-Ausgabe wird letztmalig im Dezember erscheinen, PRINZ wird es ab Januar nur noch in einer digitalen Version als Online-Magazin geben. Die Einstellung des Magazins „verkauft“ der Jahreszeitenverlag als „Multimediale Neuausrichtung“ und begründet dies mit dem geänderten Mediennutzungsverhalten der Zielgruppe. Noch bis März 2013 sollen die 50-60 festangestellten Mitarbeiter unter Vertrag bleiben, die vielen freien Redakteure und Layouter müssen schon früher um ihre berufliche Zukunft bangen. Einzig die Printversion des PRINT TOP GUIDE soll auch über den Jahreswechsel bestehen bleiben.

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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