Nun offiziell: G+J stellt Financial Times Deutschland ein

23. November 2012, 11:29 Uhr | Archiv

Was in den letzten Tagen bereits als sicher galt, ist nun offiziell: Gruner + Jahr stellt seinen Wirtschaftstitel „Financial Times Deutschland“ (FTD) zum Anfang 2013 ein. Der Betriebsrat bestätigte nun, dass die letzte Ausgabe am 7. Dezember erscheinen soll. Unklar bleibt bisher noch, was mit den Zeitschriften „Capital“, „Impulse“ und „Börse Online“ geschehen wird. Die 350 betroffenen Mitarbeiter werden aktuell in einer Betriebsversammlung informiert.

Der Aufsichtsrat folgte damit dem Beschluss des Vorstandes, die defizitären Titel im eigenen Haus einzustellen. Für die „Financial Times Deutschland“, die zuletzt noch 42TSD Abonnenten bei einer Gesamtauflage von 102.000 Exemplaren (IVW-Angaben 03/2012) verzeichnete bedeutet dies wohl das endgültige Aus. Insgesamt sollen sich die Verluste der FTD auf 250 Millionen Euro summiert haben.

Intern wird für die Kündigung von rund 330 betroffenen Mitarbeiter der 350-köpfigen Belegschaft der G+J Wirtschafsmedien AG & Co. KG ein Sozialkostenplan von rund 40 Mio Euro veranschlagt, heißt es bei der FAZ.

Selbst die eigene Redaktion hat am Mittwoch auf der Internetseite die bevorstehende Einstellung kommentiert – man warte nur noch auf die Entscheidung der Verlagsleitung. Bereits 2008 gab es erste Sparmaßnahmen, als die Redaktionen von „FTD“, „Börse Online“ und „Impulse“ in einer Gemeinschaftsredaktion zusammengefasst wurde. Zuletzt arbeiteten dort 350 Mitarbeiter, darunter 250 Redakteure.

Unklar ist bisher, was aus den Titel „Captial“, „Impulse“ und „Börse Online“ wird. Das Magazin „Capital“ solle womöglich an den Stern angedockt und in künftig in Berlin produziert werden.

Update: Laut der mittlerweile veröffentlichten Pressemitteilung wird, wie ebenfalls schon im Vorfeld durchgesickert, für die Titel „Impulse“ und „Börse Online“ ein Käufer gesucht. Wird dieser nicht gefunden, werden auch diese beiden Zeitschriften eingestellt. „Capital“ soll zusammen mit „Business Punks“ mit kleinerer Mannschaft künftig in Berlin produziert werden.

Nach der kürzlichen Insolvenz der Frankfurter Rundschau prognostizieren nun viele Blogs den Beginn des großen Zeitungssterbens. Statista hat hierzu aktuell eine Infografik veröffentlicht, die den Abwärtstrend der Tageszeitung verdeutlicht. Mit täglich mehr als 18 Millionen verkauften Exemplaren haben die Zeitung aber aktuell noch etwas Atem.

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Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

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Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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