Redaktion der Westfälischen Rundschau muss gehen

15. Januar 2013, 15:20 Uhr | Archiv

Weitere schlechte News aus der Zeitungsbranche. Die WAZ Mediengruppe schließt die Redaktion der defizitären „Westfälischen Rundschau“ und bezieht den Content zukünftig von anderen Redaktionen – nicht nur aus dem eigenen Haus. 120 Stellen streicht die WAZ-Gruppe und beginnt damit die angekündigte Sparrunde umzusetzen. Anzeigen- und Auflagenrückgang werden als Grund für den Stellenabbau genannt.

Fotomontage ©WAZ Mediengruppe

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Mit einer verkauften Auflage von 115.000 Exemplaren hat die Westfälische Rundschau in den vergangenen Jahren nach Verlagsangaben 50 Million Euro Verlust eingefahren – trotzdem möchte man an einer Westfälischen Rundschau festhalten. Möglich machen soll dies eine Verteilung der Contenterstellung auf unterschiedliche Redaktionen. So sollen Mantelthemen komplett vom Content-Desk der WAZ Mediengruppe beliefert werden, lokale Berichterstattung zum Teil durch andere WAZ-Redaktionen wie der Westfalenpost generiert werden, oder von anderen durchaus konkurrierenden Verlagen hinzugekauft werden. Die „Ruhr Nachrichten“, der „Hellweger Anzeiger“ und der Märkische Zeitungsverlag werden schon ab Februar 2013 Inhalte für die unterschiedlichen Lokalteile liefern.

Geschäftsführer Manfred Braun sieht im „Interesse des gesamten Unternehmens leider keine andere Möglichkeit“. WAZ Geschäftsführer Christian Nienhaus verspricht: „Wir werden alles daran setzen, diesen Arbeitsplatzabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten“. Im Zuge der Ankündigung im September 2012, bis zum Jahr 2014 die Kosten in der WAZ-Gruppe um 20 Prozent zu senken, scheint dies erst der Beginn weiterer Sparmaßnahmen zu sein. W&V berichtete bereits im Dezember, dass die Westfälische Rundschau im besonderen Fokus stünde – auch eine engere Zusammenarbeit der Lokalausgaben von „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ und „Neue Ruhr/Neue Rhein-Zeitung“ stehe auf dem Prüfstand

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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