„Graph Search“: Neue Facebook-Suchfunktion

17. Januar 2013, 12:59 Uhr | Archiv

Eine Suchmaschine, die vor allem das soziale Umfeld und damit die Vorlieben und Empfehlungen von Kontakten mit einbezieht, soll der Konkurrenz aus dem Hause Google entgegentreten. Die Suchergebnisse aus dem sogenannten „Social Graph“ sollen durch die soziale Komponente relevanter sein als die der Websuche. Wie genau das funktioniert und was die Nutzer erwartet, erfahren Sie hier.

(Screenshot - Facebook)

(Screenshot – Facebook)

Facebook greift mit der Suche im Social Graph die Websuche von Google direkt an. Anders als bei der gewöhnlichen Websuche durchsucht Facebook bei der „Graph Search“ genannten Suchfunktion die Inhalte der Mitglieder des sozialen Netzwerks. Dabei werden unter anderem Status-Nachrichten, Likes, Fotos und andere Angaben aller Kontakte abgefragt, sodass relevantere Ergebnisse möglich sein sollen. Um die Privatsphäre braucht man sich keine weiteren Gedanken machen, denn es werden nur Informationen angezeigt, die dem jeweiligen Nutzer auch so zugänglich wären.

Aktuell befindet sich die „Graph Search“ in der Beta-Phase und konzentriert sich auf vier größere Bereiche:

Personen„Personen, die gerne Fahrrad fahren und aus meiner Heimatstadt stammen“
Fotos„Fotos vor 1990“
Orte„Städte, die meine Familie besucht hat“
Interessen„Musik, die meinen Freunden gefällt“
Dabei können Nutzer die Suchergebnisse unter eigens gewählten Begriffen speichern.

Dass die neue Suche ein direkter Angriff auf Google ist, wird in einem Blogeintrag des sozialen Netzwerks deutlich, in dem speziell die Unterschiede zur normalen Websuche demonstriert werden: „Die Suche im Social Graph und die Websuche sind sehr unterschiedlich. Die Websuche ist darauf ausgelegt, eine Reihe von Schlüsselworten (wie zum Beispiel ‚hip hop‘) zu erkennen und die daraus besten Ergebnisse anzuzeigen. Mit der Graph Search kombiniert man einfache Sätze miteinander (wie zum Beispiel ‚meine Freunde in New York, denen Jay-Z gefällt‘), um die Personen, Orte, Fotos oder anderen Inhalte zu erfassen, die auf Facebook geteilt wurden.“ Daten sind im Social Graph genug vorhanden. Derzeit sind eine Milliarden Menschen bei Facebook angemeldet, darunter 240 Milliarden Fotos sowie eine Billion Verbindungen. Fragen, die die Graph Search nicht beantworten kann, übernimmt Microsofts Suchmaschine Bing.

Besonders interessant wird sein, wie Facebook die neue Suche für Werbezwecke nutzen wird. So könnten Werbeeinblendungen angezeigt werden, die auf bestimmte Suchbegriffe abgestimmt sind. Vor allem lokale Unternehmen könnten davon profitieren. Ben Moehlenhoff von eprofessional ist davon ebenfalls überzeugt: „Eine Monetarisierung der Suche könnte sehr profitabel für Facebook werden, denn suchende Nutzer haben meist ein sehr konkretes Kauf- oder Informationsbedürfnis und sind wertvoll für Unternehmen. Eine gute Platzierung in den Facebook-Suchergebnissen könnte im ersten Schritt für Restaurants, Bars und lokale Geschäfte interessant sein. Später erwarte ich, dass Facebook sich gezielt den Online-Shops zuwendet und diesen neue, attraktive Werbemöglichkeiten in der Suche anbietet.“

Aktuell befindet sich die Social-Graph-Suche in einer geschlossenen Beta-Phase. Wer Facebook auf US-Englisch nutzt, kann sich auf eine Warteliste setzen lassen, um die neue Suche zu testen. Wann die Funktionen für alle freigeschaltet werden, ist noch nicht klar. Facebook selbst erklärt, dass die Entwicklung der Suche erst am Anfang sei und die weltweite Einführung „langsam“ umgesetzt werde.

Aktionäre sind von der neuen Suchfunktion nicht begeistert – der Aktienkurs fiel kurz nach der Ankündigung auf unter 30 US-Dollar. Anstelle der neuen Suche hatten Brancheninsider eher eine neue iPad-App erwartet. Sobald wir das neue Feature testen können, gibt es auch von unserer Seite aus einen ausführlicheren Bericht über die neue Suchfunktion von Facebook.

(Quellen: Facebook [1], Facebook [2])

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Marco Schürmann

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