Computer nicht mehr Mittelpunkt des digitalen Universums

15. März 2013, 9:43 Uhr | Archiv

Das Technologieunternehmen ComScore hat in der Studie „2013 Future in Focus – Digitales Deutschland“ die wichtigsten Trends im digitalen Markt zusammengetragen. Dabei wird deutlich, dass der Computer nicht mehr primär im Mittelpunkt des digitalen Handelns der Verbraucher steht. Nutzer werden zu „Multi-Screen-Konsumenten“, mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets bestimmen den digitalen Alltag; soziale Netze, Online-Videos und mobiles Shoppen und Bezahlen sind die Trends im digital Business.

In Europa spielt Deutschland in der Internet-Landschaft eine bedeutende Rolle, stellt ComScore in der aktuellen Studie ”2013 Future in Focus – Digitales Deutschland“ fest. Nach Russland ist Deutschland das zweitgrößte „Internet“-Land mit 57,4 Millionen aktiven Onlinern. 762 Milliarden Display Ad Impressions wurden im vergangenen Jahr hierzulande ausgeliefert. Soziale Netze sind auch hierzulande äußerst beliebt und Platzhirsch Facebook führt auch hier das Ranking an. 244 Millionen Stunden verbrachten die Deutschen im letzten Jahr in sozialen Netzen, 8,4 Millionen Menschen nutzen dabei mittlerweile vermehrt mobile Endgeräte für den Zugriff.

Tageszeitabhängige Endgerätenutzung ComScore

Nutzung der Endgeräte im Tagesvergleich © comScore, Inc.
Quelle: comScore Device Essentials

Mobile Endgeräte auf dem Siegeszug

Im Dezember 2012 erreichte die Marktdurchdringung des Mobilfunkmarktes durch Smartphones erstmals in allen EU-Ländern einen Wert über 50%, in Deutschland liegt der Zugriff auf Internetseiten gemessen an Page-Views durch mobile Endgeräte bei 10% und liegt damit im Mittelfeld. Großbritannien kommt auf über 30%. Allerdings waren in Deutschland im Dezember mehr als 70% der Neugeräte Smartphones.

Smartphones zum Frühstück, Tablets am Abend

Dass der Nutzer nicht mehr auf ein Endgerät setzt, zeigt eine Auswertung der Endgeräte-Präferenz im Tagesverlauf. Während tagsüber PCs und Notebooks die Zugriffszahlen dominieren, liegt morgens das Smartphone vorn. Abends um 21:00h führt das Tablet die Zugriffszahlen an. Mobile Shopping, Soziale Netzwerke und Second Screen ist hier das Schlagwort.

Im Bereich „mobiles Video“ verzeichnete der Markt im letzten Jahr einen rasanten Anstieg um 211% – bessere Tarife und die Einführung neuer Mobilfunktechnik wie LTE machen auch hier den Konsum von Bewegtbildmaterial einfacher und komfortabler. Über 40 Millionen Deutsche machten Google dabei zum Video-Spitzenreiter, im Schnitt schaute jeder Besucher beinahe 100 Videos bei youtube.

Xing in Deutschland an der Spitze

Auch in Deutschland liegt Facebook bei den Sozialen Netzen unangefochten auf Platz eins. Der zweite Platz überrascht jedoch, das Business-Netzwerk Xing liegt in der Gunst der Nutzer (zwar weit abgeschlagen) auf Platz zwei im Ranking und kann in Deutschland beinahe doppelt soviel Besucher verbuchen wie der Konkurrent Linkedin.

M-Commerce steigt rasant

Der Zugriff auf mobile Shopping-Angebote ist 2012 stark angestiegen. Amazon etwa konnte im mobilen Bereich ein Jahreswachstum von 93% (gegenüber 8% im reinen PC-Zugriff) im M-Commerce verbuchen, deutsche Anbieter wie die Otto-Group oder Idealo gar mehr als 120% (Otto, bzw. 132% bei Idealo). Bei ebay zeichnet gar eine Parität zwischen Mobil- und PC-Nutzern ab. Gewinner bei den Zuwächsen sind besonders klassische Konsumgüter wie Lebensmittel und Einrichtungsgegenstände.

Neben dem direkten Kauf über mobile Plattformen und Apps nutzt der Konsument besonders die Möglichkeit des Preisvergleichs und der zusätzlichen Produktinformation über sein Smartphone. Zudem werden Einkäufe immer häufiger auf Sozialen Kanälen kommentiert und geteilt. Besonders iPhone-Besitzer haben ihr Gerät schon zum Shoppen genutzt. Fast ein Viertel gab an, mit dem Endgerät bereits eine Kaufaktion durchgeführt zu haben.

Die Studie legt vor allem offen, dass der Online-Markt das zweitstärkste Werbemedium in Deutschland ist. Durch die Verbreitung von mobilen Endgeräten wird der mobile Online-Markt zunehmend wichtiger, besonders beachtenswert ist die Tatsache, dass der potienzielle Endkunde nicht zwangsweise nur auf einem Kanal anzutreffen ist, sondern meist über verschiedene Endgeräte verfügt und diese auch situations- und tageszeitabhängig nutzt. Bereits 4,4 Millionen Deutsche nutzen sowohl ein Smartphone, als auch ein Tablet.

Die komplette Studie ist über ComScore herunterladbar.

 

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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