E-Ink schon jetzt eine tote Technologie?

28. März 2013, 7:45 Uhr | Archiv

Die E-Ink-Technologie hat durch den Kindle ihren großen Aufstieg erlebt und nun wendet sich Amazon ab. Wie es heißt, wurden die Bestellungen für neue Displays fast auf 0 gefahren, nachdem man im Januar und Februar noch über 1 Million Stück geordert hatte. Amazon sieht sich vermutlich nach einer neuen Technologie um.

(Bild: Amazon)

(Bild: Amazon)

Amazon bekommt mittlerweile weltweit Konkurrenz auf dem Markt der E-Reader und ist deshalb auf neueste Technik angewiesen. Hatte man zunächst den Einsatz von E-Ink an sich als Vorteil anderen Geräten gegenüber, so wurde die Luft in letzter Zeit dünner. Mehr und mehr Hersteller nutzten E-Ink und Amazons letzte Neuerung, das Glowlight-Display, ist auch schon in vielen anderen Geräten verfügbar. Sich jetzt vom Markt abzuheben wird deutlich schwerer.

Farbige E-Ink-Displays sind trotz fortschreitender Entwicklung immer noch wenig ausgereift. Das „Jetbook Color 2“ hat ein entsprechendes Display in Verwendung und leidet deshalb unter Kontrastschwäche und einem relativ grauen Hintergrund. Da eine Verschlechterung nicht in Amazons Sinne ist, wird es also wohl kein „Kindle Color“ mit E-Ink geben.

Eine mögliche Lösung scheint der, schon oft diskutierte, Einsatz der „Electrowetting“-Technologie zu sein. Bereits Anfang dieses Jahres (wir berichteten) wurde spekuliert, ob Amazon den Anbieter dieser Technologie kauft. Entsprechende Gerüchte verfestigten sich in den letzten Tagen.

Displays auf Electrowetting-Basis sind extrem energiesparend, wie E-Ink auch, können zugleich aber auch Videos darstellen. Sie sind zudem vergleichsweise günstig herzustellen, flexibel und biegbar, auch ohne Hintergrundbeleuchtung lesbar und bieten dabei auch farbige Darstellung an.

Beim Einsatz dieser Technologie hätte ein Kindle Color also eine realistische Chance und Amazon könnte durch den Kauf von Liquavista eine Zeit lang wieder ganz alleine an der Spitze sein.

Für die „E-Ink Corporation“, den weltweit wichtigsten Hersteller für E-Ink-Displays, brechen damit wohl schwere Zeiten an, erst letzte Woche musste der CEO Scott Liu gehen. Wie es für das Unternehmen auf Dauer weitergeht ist mit Amazons Entscheidung, dem „Quasi-Ausstieg“ aus E-Ink auch alles andere als klar.

Und wie es für den einstigen Hoffnungsträger E-Ink weitergeht ist auch ungewiss, Electrowetting scheint mittlerweile allerdings die überlegene Technologie und damit die Zukunft zu sein.

(Wir berichteten bereits mehrmals zu Liquavista und Electrowetting.)

Quelle: e-book-news.de

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Florian Meier

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