KBA integriert Kodak-Inkjet in Zeitungsrotationen

5. April 2013, 7:45 Uhr | Archiv

Axel Springer scheint Gefallen am variablen Druck gefunden zu haben. Nicht nur manroland profitiert von entsprechenden Aufträgen zur Inkjet-Integration in ihre Zeitungsrotationen an Axel Springer Standorten (wir berichteten), auch KBA rüstet nun an sieben Standorten insgesamt elf Maschinen mit einem Prosper-Inkjet-System von Kodak nach. Das Nachrüsten soll im Frühsommer 2013 abgeschlossen sein, zu Produktionseinschränkungen soll es dabei nicht kommen.

KBA Inkjet Retrofit

Inkjet-Retrofit: Traverse mit Kodak Prosper S30 Inkjet-Eindrucktechnik und Kamerasystem im Überbau einer KBA-Offsetrotation.

Variable Eindrucke in der Zeitung erhöhen die Attraktivität für den Leser und bieten den Verlagshäusern zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten. Zielgruppengerechte Werbung, regional angepasste Anzeigenschaltung, Leser-Aktionen wie Gewinnspiele aber auch die Möglichkeit, Newsblöcke während des Fortdruck zu aktualisieren (z.B. Zwischen- und Endstände von Wahlen oder Fußballspielen) sind einige von vielen Möglichkeiten, einen Mehrwert an Aktualität und Lesernutzen anzubieten.

KBA hat bereits zur drupa 95 an einer Express-Zeitungsrotation variable Eindrucke mit den damaligen Inkjet-Köpfen des später von Kodak übernommenen Herstellers Scitex vorgestellt. Auch heute bietet KBA die neueste Generation von Inkjet-Druckköpfen in Zusammenarbeit mit Kodak an. Das von Kodak für diesen Zweck präferierte Eindrucksystem Prosper S30 verfügt über eine maximale Druckauflösung von 600 x 200 dpi und kann variable Daten bis zu einer Bahngeschwindigkeit von 15 m/s eindrucken.

Mit dem Inkjet-Eindrucksystem kann beispielsweise die Titelseite mit entsprechenden regionalen Überschriften und Inhaltsverzeichnissen flexibel und ohne zusätzliche Makulatur gestaltet werden. Häufig wechselnde Regionalteile, meist handelt es sich hier um vier bis sechs Seiten und Teilauflagen von 1.000 bis 10.000 Exemplaren, könnten über eine produktive Inkjet Rotation, wie die KBA RotaJET 76, parallel zur Hauptproduktion produziert werden. Diese Mischvariante eröffnet darüber hinaus Potenziale für weitere Produkte mit kleinen Auflagen oder einem hohen Individualisierungsgrad.

KBA integriert das Kodak-Inkjetsystem mit einer Kamera für die Registerhaltigkeit und einer motorisch verstellbaren Traverse zur exakten Platzierung der Druckkopf-Einheit zur Papierbahn im Oberbau. Die Traverse bietet für höhere Bahngeschwindigkeiten oder für eine höhere Auflösung die Möglichkeit, mehrere Druckköpfe bzw. Kamerasysteme aufzunehmen. Das Komplettsystem wird von KBA-Servicemitarbeitern in kurzer Zeit in Betrieb genommen. Die Leitstand-Integration ist optional möglich, ebenso eine stand-alone Lösung mit externen Touch-Panel-PC.  Schon in Kürze wird Koenig & Bauer das Prosper Inkjet-System von Kodak elf Mal an KBA-Rotationen bei Lohndruckern der Axel Springer AG an sieben Standorten in Deutschland installieren. Die Installationen sollen im Frühsommer 2013 abgeschlossen werden, ohne den Produktionsalltag wesentlich zu stören. Das Inkjet-Retrofit kann von KBA-Technikern auch an Zeitungs- und Akzidenzrotationen anderer Hersteller durchgeführt werden.

Gerade bei, in die Jahre gekommenen, Zeitungsrotationen mit geringem Automatisierungsgrad und langen Rüstzeiten eröffnen sich durch die Nachrüstung der Inkjet-Technologie für Druckereien und Verlage interessante Möglichkeiten. Viele ältere KBA Journal-, Colora-, Express- und Commander-Anlagen sind weltweit nach wie vor mit einer guten Druckqualität in Produktion, erfüllen aber zuweilen nicht mehr die heutigen Anforderungen in puncto Rüstzeiten für immer kleinere Teilauflagen, auf die Maschinen der neuen Generation mit Plattenwechselautomaten und Steuerungs- und Softwaremodulen für Zeit- und makulaturoptimiertes Anfahren und Anhalten ausgerichtet sind.

 

Über den Autor

Bernd Zipper
Gründer und CEO von zipcon consulting GmbH, einem der führenden Beratungsunternehmen für die Druck- und Medienindustrie in Mitteleuropa. In den unterschiedlichsten Kundenprojekten begleiten der Technologie- und Strategieberater und sein Team aktiv die praktische Umsetzung. Er entwickelt Visionen, Konzepte und Strategien für die im Printerstellungsprozess beteiligten Akteure der unterschiedlichsten Branchen. Bernd Zipper ist Initiator der E-Business Print Online Studie (EPOS) und neben seiner Beratertätigkeit auch Autor, Dozent sowie gefragter Referent, Redner und Moderator. Seine visionären Vorträge gelten weltweit als richtungsweisende Managementempfehlungen. (Profile auch bei Xing, LinkedIn und GooglePlus).

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