Paid Content: Qualität braucht ihren Preis

25. April 2013, 8:33 Uhr | Archiv

Ende des letzten Monats kündigten die beiden großen britischen Tageszeitungen „The Daily Telegraph“ und „The Sun“ an, Bezahlsysteme für im Internet angebotene Inhalte einzuführen. Während der Trend aus den USA so langsam in andere Länder ankommt, setzen die meisten deutschen Verlagshäuser weiterhin auf werbefinanzierte Erlösmodelle. Lediglich „Die Welt“ nutzt als einzige überregionale Zeitung seit Ende des letzten Jahres eine Paywall.

(© Photo-K - Fotolia.com)

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Eine Befragung unter 1000 Experten der Internetbranche im Auftrag der Internet World Messe ergab, dass trotz aller heftigen Diskussionen rund um Paid Content nur 30 Prozent der Befragten an den Erfolg von Bezahlschranken für digitale Inhalte in Deutschland glauben. Fast jeder dritte Befragte hat schon einmal Geld für redaktionelle Inhalte im Internet ausgegeben – egal ob es sich dabei um einen Blog-Eintrag, einen Nachrichtenartikel oder andere vergleichbare Inhalte handelt. Lediglich ein Viertel der Experten lehnt ein Abonnement digitaler Zeitungsinhalte grundsätzlich ab.

Das Ergebnis auf die Frage, ob Bezahlsysteme für digitale Medieninhalte überhaupt in Deutschland funktionieren könnten, spiegelt dabei die gespaltenen Positionen im Markt wider. So geben 19 Prozent dem Modell keine Chance – immerhin 30 Prozent glauben jedoch fest an einen Erfolg der Bezahlschranken. Mit 51 Prozent denkt ein Großteil der Befragten zwar, dass Paywalls funktionieren könnten, sich aber nicht durchsetzen werden. Qualitätsjournalismus müsse auch online seinen Preis haben – da sind sich die Experten unter den Befürwortern einig. Die Gegner argumentieren dagegen, dass sich Bezahlmodelle nicht durchsetzen können, solange es kostenlose Angebote gebe.

Mehr zu der Studie, die durch das Institut ibi research an der Universität Regensburg im ersten Quartal 2013 durchgeführt wurde, gibt es auf der offiziellen Seite. Neben der Einstellung zu digitalen Inhalten wurden auch klassische E-Commerce-Themen wie E-Payment, Retourenmanagement oder die Auswirkung der Digitalisierung auf die Gesellschaft untersucht.

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Marco Schürmann

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